Edingen - In der Kolpingstraße entsteht zusätzlicher Platz für den Kindergarten aus den 1970er Jahren / Fertigstellung bis September 2020 geplant Abriss schafft Platz für Kita-Anbau

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Hans-Jürgen Emmerich
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Der katholische Kindergarten St. Martin in der Kolpingstraße wird derzeit saniert, das Schwesternhaus (hinten rechts) für einen Erweiterungsbau abgerissen. © Emmerich

Mit dem Abriss des früheren Schwesternhauses in der Kolpingstraße haben in dieser Woche die Arbeiten zur Erweiterung des katholischen Kindergartens St. Martin in Edingen begonnen, fast ein halbes Jahr später als geplant. Trotzdem hält die Kirche an ihrem Zeitplan fest. „Ich träume immer noch davon, dass wir bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahrs im September 2020 einziehen können“, sagt Wolfgang Hanisch, ehrenamtlicher Baubeauftragter der Pfarrgemeinde.

Kindergarten St. Martin

Der katholische Kindergarten St. Martin in Edingen wird für rund 2,1 Millionen Euro saniert und erweitert.

Den Anbau fördert die Gemeinde mit 90 Prozent, die Sanierung mit 70 Prozent. Die verbleibenden rund 400 000 Euro teilen sich die Gesamtkirchengemeinde Mannheim und die örtliche Pfarrei.

Ein erwarteter Bundeszuschuss von rund 120 000 Euro reduziert die Anteile von Gemeinde und Kirche. hje

Warten aufs Landratsamt

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Dass es erst mit Verspätung losgeht, liegt nach den Worten von Hanisch unter anderem am Landratsamt. „Die haben die Frist zur Bearbeitung des Bauantrags bis zum bitteren Ende ausgereizt“, klagt er. Nachdem der rote Punkt zur Baufreigabe endlich da war, stellte sich das nächste Problem ein. Es mussten Firmen gefunden werden, die die Arbeiten übernehmen. „Das ist gar nicht so leicht“, berichtet Hanisch von seinen Erfahrungen. Dabei überlässt er das eigentliche Baumanagement dem Architekten Heemskerk von Motorplan. „Ich sehe meine Aufgabe mehr in der Funktion des Wadenbeißers“, erläutert er.

Was den „Wadenbeißer“ überrascht: Der Kostenrahmen des Anbaus wird trotz der Verzögerung bislang eingehalten: „Wir haben 1,5 Millionen Euro kalkuliert, und dabei wird es auch bleiben.“ Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Die Sanierung des Altbaus aus den 1970er Jahren wird deutlich teurer. Hanisch rechnet hier mit Mehrkosten von 20 bis 25 Prozent. Unter anderem müssen mehr Leitungen ausgetauscht werden als angenommen. Neben solchen unvorhersehbaren Arbeiten schlügen auch Baupreissteigerungen stärker durch.

Wegen der Verzögerungen am Anbau hat die Kirchengemeinde den Zeitplan kurzerhand umgestellt und im laufenden Betrieb mit der Sanierung begonnen. „In den Ferien geht das“, erläutert Hanisch unter Hinweis auf die geringeren Besucherzahlen. Denn wenn die Schüler frei haben, bleiben auch viele Kindergartengeschwister zuhause. Ab Montag hat dann auch der Kindergarten drei Wochen Sommerpause. Wenn die Kinder nach den Ferien zurückkommen, soll der Altbau wieder nutzbar sein.

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Voraussichtlich im September wird mit dem Neubau zwischen dem vorhandenen Kindergarten und der Katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) begonnen. Zuvor muss das alte Schwesternhaus komplett abgerissen werden. „Früher hat man das mit der Abrissbirne erledigt und den Rest zusammengefegt“, bemerkt Hanisch.

„Bis in 14 Tagen platt“

Heutzutage werden die Gebäude komplett in ihre Einzelteile zerlegt, um Wertstoffe wie Holz und Metall wiederverwerten zu können. Deswegen wurde das Haus auch weitgehend entkernt, bevor es an den eigentlichen Abriss ging. „Bis in 14 Tagen steht da nichts mehr“, schätzt der Baubeauftragte.

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Wenn der Altbau saniert ist und der Neubau steht, soll auf das Dach des Gebäudekomplexes eine Photovoltaikanlage. „Da sind wir noch am Feilschen“, berichtet Hanisch von Verhandlungen mit einer Stiftung, die die Anlage bauen und betreiben will. Weil aber spätestens beim Einbau einer neuen Heizung der Anteil erneuerbarer Energie erhöht werden muss, will sich die Pfarrei die Option sichern, einen Teil der Anlage mit einer Spitzenleistung von 100 bis 120 Kilowatt selbst zu übernehmen.

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Info: Fotostrecke: www.morgenweb.de/edingen

Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.