Edingen - Kindertagesstätte Martin Luther erhält Finanzspritze des Bundes / Mittel fließen in die Beschäftigung von qualifiziertem Personal 46 000 Euro für Sprach-Kita

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Hans-Jürgen Emmerich
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Die Kita Martin Luther in Edingen. © Hans-Jürgen Emmerich

Die Kindertagesstätte Martin Luther in Edingen-Neckarhausen erhält eine Förderung in Höhe von knapp 46 000 Euro aus dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Das hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl A. Lamers mitgeteilt. „Ich freue mich sehr, dass die Kindertagesstätte diese Fördermittel erhält. Eine großartige Entscheidung“, schreibt Lamers.

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In der Einrichtung selbst wusste man am Dienstag noch nichts von der zu erwartenden Finanzspritze. Die Leiterin Rebecca Huk will deshalb auch erst auf den Eingang des Förderbescheids warten, bevor sie sich zu Einzelheiten äußert. Christa Lehner vom Referat Kindertageseinrichtungen im evangelischen Verwaltungs- und Serviceamt Neckar-Bergstraße zeigte sich auf Anfrage ebenfalls freudig überrascht von der frohen Kunde: „Da wissen Sie mehr als wir.“

Der Förderbetrag soll in die Vergütung von pädagogischem Fachpersonal fließen, wie Fachberaterin Kristina Speck auf Nachfrage erläutert: „Das ist ein großer Gewinn für die Einrichtung in Edingen-Neckarhausen.“ Die knapp 46 000 Euro reichen aus, um eine halbe Fachkraftstelle bis Ende 2022 zu finanzieren. Bis sie loslegen kann, werden noch ein paar Wochen vergehen. „Wir als Gemeinde freuen uns auch darüber“, erklärt Bürgermeister Simon Michler, zumal die evangelische Kita nicht die erste in der Gemeinde ist, die Mittel aus dem Bundesprogramm erhält. Auch der Katholische Kindergarten St. Martin in Edingen wird auf der Homepage des Ministeriums (www.bmfsfj.de) als geförderte Einrichtung genannt.

Die Evangelische Kindertagesstätte „Martin Luther“ hat 2017 ihren Neubau in der Robert-Walter-Straße in Edingen bezogen. Hier im Sonnenhaus und im benachbarten Pavillon (Wolkenhaus) sind insgesamt zehn Gruppen mit maximal 167 Kindern untergebracht, im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt.

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„Sprache ist ein Geschenk der Verständigung“, zitiert das pädagogische Konzept der Einrichtung Maria Montessori. Spracherziehung findet in der Kita den ganzen Tag über statt. Das fängt schon mit der Begrüßung des Kindes an. Erlebniserzählungen der Kinder, Lesen von Bilderbüchern, Morgenkreise, all das ist Teil der Spracherziehung. „Wir Erzieherinnen und Erzieher sehen uns dabei als zentrales Vorbild in der Sprachwahl“, postuliert das Konzept. Kinder dürfen in der Kita ihre Muttersprache sprechen: „Das wird von den Erzieherinnen wertgeschätzt.“

Jede zehnte Einrichtung aktiv

Mit dem genannten Bundesprogramm stärkt das Bundesfamilienministerium „die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas“. Ursprünglich sollte das Förderprogramm Ende 2020 auslaufen, wurde aber bis 2022 verlängert. Heute ist laut Lamers jede zehnte Kita eine Sprach-Kita. Über 6000 solcher Einrichtungen arbeiteten bundesweit mit rund 500 Fachberatungen zusammen.

Redaktion Aus Leidenschaft Lokalredakteur seit 1990, beim Mannheimer Morgen seit 2000.