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Tierschutz - Bürstädter Jagdpächter und Verein Rehkitzrettung Rhein-Neckar räumen Wiesen vor der Mahd

Reh-Nachwuchs vor Mähtod gerettet

Von 
red
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Eingerollt im Gras ahnt das Rehkitz nichts von der drohenden Gefahr der Mähdrescher. Als Junges besitzt es auch noch keinen Fluchtinstinkt. © Weick

Bürstadt. In den vergangenen Tagen und Wochen wurden die Wiesen rund um Bürstadt durch die Landwirte gemäht. Der Zeitraum der ersten Frühjahrsmahd fällt direkt in die Setzzeit der Rehe. Rehkitze haben in den ersten Wochen noch keinen Fluchtinstinkt und ducken sich, wenn Gefahr droht. Daher ist das Risiko, dass die Kitze dem Mähwerk zum Opfer fallen, in diesem Zeitraum ausgesprochen groß.

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Die Bürstädter Jagdpächter Dennis Nawar und Thomas Kühn betreiben schon seit Jahren die Kitzrettung, indem am späten Abend vor der Mahd Stangen mit kleinen Radios, Flatterband und Luftballons in die Wiesen gestellt werden, die am nächsten Morgen zu mähen sind. Durch diese Unruhe und Störung holen die Ricken ihre Kitze über Nacht aus der Wiese, und diese kann gefahrenfrei gemäht werden. Da dies allerdings ein immenser zeitlicher und organisatorischer Aufwand ist, zumal viele Landwirte zeitgleich die Wiesen mähen möchten, bekamen die Jagdpächter nun Unterstützung durch den Verein Rehkitzrettung Rhein-Neckar.

Jährlich finden bundesweit mehr als 100 000 Rehkitze im Frühjahr den Mähtod. Mit modernen Drohnen und Wärmebildkameras unterstützt der Verein deshalb Jäger und Landwirte, um den Kitzen dieses Schicksal zu ersparen. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe von Drohnen mit Wärmebildkameras die zu mähenden Flächen abzusuchen und die Kitze aus der Wiese zu holen.

Drohnen finden Wärme-Signaturen

Ein Drohnenpilot steuert die Drohne über die Wiese und scannt diese nach Wärme-Signaturen. Dabei schaut ein zweites Teammitglied, der Spotter, auf den Bildschirm und beobachtet, ob sich Kitze oder andere Tiere in der Wiese befinden. Die Wärmebildkamera zeigt dies deutlich an.

Wird schließlich ein Wildtier geortet, muss es schnell gehen. Mit Funkgeräten werden die restlichen Helfer zum ausgemachten Fundort geleitet, um das Kitz zu bergen. Dabei wird das Tier nicht mit der Hand angefasst, sondern mit Gras „eingepackt“, damit es keinen menschlichen Geruch annimmt. Das Kitz wird nach dem Einfangen aus der Wiese getragen und für die Dauer der Mahd in eine Holzkiste gelegt.

Nach der Mahd werden die Kisten wieder entfernt. Die Rehmütter können ihren Nachwuchs dann unbeschadet wieder am Rand der Wiesen abholen. Der Wärmeunterschied zwischen Feld und Tier ist zwischen 4 und 7 Uhr morgens am besten zu erkennen. Deshalb können diese Arbeiten nur in diesen frühen Morgenstunden durchgeführt werden. Alle Vereinsmitglieder, zu denen auch die Bürstädter Jagdpächter gehören, arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.

Weitere Freiwillige gesucht

Durch die Unterstützung des Vereins konnten in der Gemarkung Bürstadt in diesem Jahr bereits 21 Rehkitze vor dem sicheren Mähtod bewahrt werden. Besonders ist hier die wichtige und gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jagdpächtern zu erwähnen, ohne die die Kitzrettung nicht möglich wäre.

Wer den Verein Rehkitzrettung Rhein-Neckar oder die Bürstädter Jagdpächter und Landwirte in der kommenden Saison unterstützen möchte, ist gerne eingeladen, sich als aktives oder förderndes Mitglied oder mit einer Spende einzubringen. Nähere Infos unter www.rehkitzrettung-rhein-neckar.de. red

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