St. Elisabeth - Zweite Runde bei Immunisierung gegen Coronavirus / Noch gilt im Bürstädter Alten- und Pflegeheim Quarantäne Pflegekräfte stehen Schlange, um geimpft zu werden

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Christine Dirigo
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Auszubildende Gabriela Korcz bekommt ihre Impfung. © Christine Dirigo

Bürstadt. Die zweite Impfdosis für die Bewohner und Mitarbeiter im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth stand an. Zum Verabreichen war erneut ein mobiles Impfteam vor Ort. Im Briebelsaal war die Logistik aufgebaut, unter anderem, um die Daten zu erfassen und die mitgebrachten Impfpässe zu aktualisieren. Die Spritze wurde im angrenzenden Besprechungsraum der Sozialstation verabreicht.

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Die Mitarbeiter warteten in einer langen Schlange vor dem Saal. „Bei uns im Haus sind es 88 von 100 Mitarbeitern, die sich impfen lassen“, berichtete Pflegeleiterin Doris Rapp. Von den 75 Bewohnern waren es 55, die ihre zweite Spritze erhielten. Erschwert wurde die Situation dadurch, dass einige Mitarbeiter bei der ersten Impfrunde vor drei Wochen in Quarantäne waren. Sie bekamen nun ihre erste Spritze und müssen sich für einen zweiten Termin anmelden. Am Sonntag kamen daher auch Kollegen aus Heimen in Lorsch zum zweiten Impftermin.

„Damit sind wir in St. Elisabeth zu 90 Prozent geimpft“, verkündete der kommissarische Heimleiter Benedict Pretnar. Darüber hinaus waren auch 22 Senioren aus dem Bereich Betreutes Wohnen mit dabei. Derzeit sind noch drei Bewohner an Covid-19 erkrankt und eine Mitarbeiterin befindet sich in Quarantäne. Sie sollen an diesem Montag von der Bundeswehr getestet werden. Falls alle vier negativ sind, wäre das Haus virusfrei. Das Team der Bundeswehr kommt alle 14 Tage zur Unterstützung und führt die Labortests durch, auch als PCR-Test bekannt. Dafür hat sich das Heim bereits Anfang des Jahres angemeldet.

Unterstützung bei Schnelltests

„Die Bundeswehr soll eigentlich auch für drei Wochen kommen, um uns bei den Besucherschnelltests zu unterstützen. Wenn es denn wieder soweit sein sollte, dass wir Besucher einlassen können“, erzählte der kommissarische Heimleiter. Im Moment gilt aber weiterhin die Anordnung des Gesundheitsamts, dass niemand von außen das Altenheim betreten darf. Die Bewohner werden wöchentlich mit einem Schnelltest, der nicht ins Labor muss, auf Corona überprüft. Bei den eigenen Mitarbeitern ist es ein Zwei-Wochen-Rhythmus. Das machen Kollegen, die dafür ausgebildet wurden. Dann wird ein Abstrich, meist aus dem Rachen genommen, da es an der Nasenschleimhaut leichter zu Verletzungen kommen kann. Nach einer Viertelstunde liegt das Ergebnis vor.

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Ausnahmen bei Besuchern können gemacht werden, wenn jemand auf der Palliativstation liegt, bei Seelsorgern oder Personen mit beruflichen Aufgaben wie Notare. Jedes Mal wird gemeinsam beraten, ob das sein darf oder muss. Wenn das Gesundheitsamt wieder grünes Licht für Besucher gibt, ist die Regelung so, dass ein Bewohner zweimal die Woche Besuch bekommen darf, jeweils für eine Stunde. „Dann müssen sich die Besucher vorher anmelden. Wenn sie da sind, wird erst der Schnelltest gemacht, danach dürfen sie das Haus richtig betreten“, so Doris Rapp.

Nun sucht Pretnar medizinisch ausgebildete Menschen, die diese Schnelltests machen können. „Wir brauchen Leute, die sich das zutrauen. Wir würden sie auch ausbilden und ihnen die Handgriffe vermitteln. Das würde uns weiterhelfen.“ Wer Interesse hat, kann sich unter 06206/ 9 88 90 oder d.rapp@caritas-bergstrasse.de melden.

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