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Umwelt - Fachausschuss besucht Biotop bei Riedrode

Natur hektarweise Platz eingeräumt

Von 
Christine Dirigo
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Henry Riechmann (2.v.r.) zeigt den Mitgliedern des Umweltausschusses die neuen Amphibienteiche im Biotop. © Christine Dirigo

Bürstadt. Das Biotop bei Riedrode breitet sich vor dem Betrachter fast aus, so weit das Auge reicht. Die Fläche zieh sich in einem weiten Bogen vom Waldrand über die Maschinenhalle am Ortsausgang ein Stück weit in Richtung Bobstadt. „Es sind ungefähr 24 Hektar, von denen rund elf schon angelegt sind“, erläuterte Henry Riechmann. Der Umweltbeauftragte der Stadt führte die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität durch einen Teil der Flächen.

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Das Biotop findet auf alten Neckarschlingen Platz, hier wächst inzwischen sehr viel Schilf. Noch vor etwa zehn Jahren stand das Grundwasser hier besonders hoch. Der Bereich war schwierig zu bewirtschaften, die Landwirte waren deshalb froh über das Tauschangebot der Stadt. Diese nutzt das Gelände seitdem als Ausgleichsfläche für immer neue Baugebiete. Im vorderen Teil bei der Maschinenhalle weiden zurzeit Lamas und Schafe und düngen durch ihre Hinterlassenschaften den Boden.

Tümpel für Kröten und Unken

Ein bisschen weiter sind zwei kleine Aluwannen – auf Initiative des Nabu – in den Boden eingelassen. Dort halten sich gerne Gelbbauchunken auf. In diese winzigen Tümpel legen aber Kreuz- oder Knoblauchkröten ihren Laich ab. Schilfrohrsänger fühlen sich hier ebenfalls wohl.

Im Biotop sind die Böden unterschiedlich feucht und werden auch nie gleichzeitig gemäht, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Teilweise werden Blühmischungen eingesät, was alle paar Jahre wiederholt werden muss. Auch Bienenstöcke des Bürstädter Imkers Christian Tesseraux finden hier Platz.

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In der sich anschließenden Ausschusssitzung berichtete Riechmann über den Sachstand zu den verschiedenen Umweltprojekten in der Stadt. Dazu gehört auch die Reptilienwiese in Boxheimerhof – zu Beginn der neuen Bebauung dort als Ausgleichsfläche angelegt. Der Bereich ist beinahe komplett zugewachsen. Deshalb sollen noch in diesem Jahr Schafe dort weiden, im nächsten Jahr soll die Wiese gemäht werden. Reptilien brauchen offene Bereiche, damit sie sich wohlfühlen.

Neue Obstbäume gesetzt

Es gibt 16 kommunale Streuobstwiesen in Bürstadt, darunter die an der alten B 47. Hier wurden gerade heimische Obstbäume gepflanzt wie Apfel, Pflaume, Birne oder Kirsche. Sie sollen in die Jahre gekommene Exemplare ersetzen. Insgesamt stehen etwa 800 Obstbäume rund um Bürstadt, in verschiedenen Alters- und Lebenszuständen.

Auch die Chaussee-Allee in Bobstadt gehört zu den Umweltprojekten. „Baubeginn war 2012, und das Ganze wurde von Beginn an vom Agendatisch Naturschutz begleitet“, erläuterte Vanessa Holz von der Stadtverwaltung. Die Glücksbaumallee am südlichen Stadteingang kann künftig keine weiteren Bäume aufnehmen. Im November 2005 gab es dort die erste Pflanzung. Wenn neue Bäume gesetzt werden sollen, könnte dies auch im Wald geschehen. Hier sollen Gespräche mit dem Forstamt geführt werden, das sehr dankbar für Baumspenden sei und sich auch um das Anwachsen und die Pflege kümmern würde. „Ich könnte mir den Bereich um den Baumlehrpfad sehr gut dafür vorstellen“, meinte Bürgermeisterin Bärbel Schader. Durch die vielen Hitze- und Sturmschäden sei der Wald ohnehin sehr ausgedünnt.

Freie Autorin

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