Kommunalpolitik - Parlament verschiebt Abstimmung

Jugendliche wählen nach den Ferien

Von 
cos
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Bürstadt. Möglichst bald nach den Sommerferien will der Bürstädter Jugendrat eine Neuwahl organisieren – und vorab wieder ein Wahlforum im Jugendhaus, um alle Projekte vorzustellen. „Eigentlich wäre die Wahl im April gewesen, aber wir hätten die Jugendlichen nur über die sozialen Medien erreichen können“, erklärte Anastasia Möller als Vorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung. Schon im Hauptausschuss vor zwei Wochen hatte es darüber eine große Debatte gegeben, weil die Grünen gegen die Verschiebung der Wahl argumentierten.

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„Jetzt sind zwar wieder alle in der Schule, haben aber gerade ganz andere Sorgen: Es muss so viel Stoff nachgeholt werden, in den Köpfen ist gerade kein Platz für Politik. Der Zeitpunkt direkt nach den großen Ferien wäre viel besser, um eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen“, sagte Möller. Zudem könnten in das neunköpfige Gremium jederzeit interessierte Jugendliche nachrücken: Sechs Plätze seien derzeit frei.

Das Verhalten der Grünen bezeichnete Levin Held (CDU) als Armutszeugnis, weil sie immer davon redeten, die Jugendlichen zu beteiligen, um dann doch gegen ihren Willen etwas beschließen zu wollen. Philipp Ofenloch (SPD) plädierte ebenfalls dafür, nicht „besserwisserisch daherzukommen, sondern dem Jugendrat Vertrauen zu schenken“. Immerhin habe das Gremium selbst die Entscheidung getroffen, die Wahlen zu verschieben. „Alles andere führt zu Verdruss“, so Ofenloch. Dem schloss sich Torsten Pfeil von den Freien Wählern an. Schließlich erklärte sich Erhard Renz (Grüne) bereit, dem Kompromiss zuzustimmen – immerhin werde die Wahl bald und nicht erst am „Sankt Nimmerleinstag“ nachgeholt. cos