Vereine und Corona - Junge Leichtathleten des TV Bürstadt freuen sich über Zuwachs / Trainingsbetrieb „gut gemeistert“

Im Stadion gehört Abstand dazu

Von 
Jürgen Klotz
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Im Ring stehen für den richtigen Abstand: Darauf wurde beim Jugendtraining des TV Bürstadt auch schon vor der „Notbremse“ geachtet. © Jürgen Klotz

Bürstadt. Für den Bürstädter Turnverein läuft es zurzeit wie bei vielen anderen Sportvereinen auch: Die Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ersticken gleichermaßen Wettkämpfe und Vereinsleben im Keim. Doch insbesondere die Nachwuchs-Leichtathleten blicken mit wenig Verständnis auf die Restriktionen, die den Kontakt untereinander minimieren oder sogar komplett unmöglich machen. Denn was im Fußball oder beim Kampfsport aufgrund der Nähe zum Gegner Sinn zu machen scheint, löst hier nur Kopfschütteln aus.

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„Wir sind keine Kontaktsportart und noch dazu im Außenbereich aktiv. Außerdem ist es für uns selbst bei größeren Gruppen überhaupt kein Problem, Abstand zu wahren“, sagt Peter Purdack, einer der ehrenamtlichen Trainer des Turnvereins, beim Blick auf die Bundesnotbremse. Sie trifft auch die Leichtathleten und ihr Training. Kinder bis 14 Jahre durften zuvor noch in größeren Gruppen üben. Inzwischen sind nur noch höchstens fünf Teilnehmer erlaubt. Trotzdem wurde im Stadion in der Wasserwerkstraße auch schon zuvor auf Abstand geachtet: Übten die Nachwuchssportler den Weitsprung, positionierte sich jeder beim Anstehen in einem Reifen, um so die nötige Distanz halten zu können. Ähnlich sah es beim Wurf- oder Lauftraining aus.

Die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen war und ist für die Übungsleiter eine Selbstverständlichkeit, denn nur so kann eine Fortführung des Trainingsgeschehens überhaupt gewährleistet werden. So sieht das auch Abteilungsleiter Ernst Becker, der sich trotz der Pandemie über einen regen Zulauf von Kindern und Jugendlichen freut: „Wir haben inzwischen 280 Aktive, und selbst die Zahl der Übungsleiter hat sich deutlich erhöht.“ Abgesehen davon hilft manchmal nur Improvisation. Als sich vor dem Winter andeutete, dass es mit dem Training in der Halle nichts wird, verlegte man dieses kurzerhand in den nahen Wald.

Nun also die Bundesnotbremse. Die Planung diesbezüglich ist so einfach wie plausibel: Die Anwesenden werden in Fünfer-Gruppen aufgeteilt. Die gestiegene Anzahl an Betreuern kommt da natürlich sehr gelegen. Sie müssen einen tagesaktuellen Corona-Test vorlegen, dann kann es trotz aller Widrigkeiten weitergehen. Und nur darum geht es. „Gerade für Kinder und Jugendliche ist in dieser schwierigen Phase körperliche Betätigung sehr wichtig, und das gleiche gilt für die Pflege der sozialen Kontakte“, ist Purdack motiviert, den Sportlern diesen Hauch Normalität zu erhalten. Einen Ausblick über den Juni hinaus wagen weder Purdack noch Becker – zu ungewiss ist die Entwicklung der Infektionszahlen. Und auch die Reaktion der Politik darauf. Nur in einem sind sie sicher: Ein Wettkampfjahr 2021 wird es nicht geben.

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Der Trainingsbetrieb konnte allerdings aufrecht erhalten werden. „Unter den gegebenen Bedingungen haben wir es bislang gut gemeistert“, zeigt sich Purdack zumindest damit zufrieden. Der 62-Jährige äußert sich durchaus optimistisch, was die Zukunft des Vereins und insbesondere seine Abteilung angeht. Es sei doch abzusehen, dass es eine Zeit nach Corona geben werde.

Campus rückt näher

Und da ist ja noch die nahende Fertigstellung des Bildungs- und Sportcampus, zu dem auch das Areal des TV gehört. „Es wird zwar während der Bauphase kurzfristig einige Beeinträchtigungen geben, aber grundsätzlich ist es natürlich ein wünschenswertes Projekt“, sagt Purdack – und nennt den geplanten neuen Kraftraum sowie den Ausbau der Flutlichtanlage als deutliche Verbesserungen für den Club. Doch bis dahin wird es noch dauern, und den Mitgliedern nichts anderes übrigbleiben, als die restlichen Wochen und Monate der Pandemie so gut als möglich durchzustehen. Dass dies am besten gemeinsam geht, daran glaubt Peter Purdack: „Wir versuchen, eine große Familie zu sein.“

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