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Heimatgeschichte - Bürstädter Bildstock erhält ein Schild, das dessen Geschichte erzählt / Bürgerstiftung ermöglicht Aufstellung

Erinnerung an eine echte Räuberpistole

Von 
jkl
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Walter Wiedemann (v. l.), Lothar Litters, Rüdiger Engert, Peter Tschirch und Dieter Baierle bei der Einweihung des Schilds am Bildstock. © Jürgen Klotz

Bürstadt. Der Bildstock, der an der gleichnamigen Adresse direkt neben dem Haus Nummer 1 zu finden, ist ein historisches Kleinod Bürstadts. Mit einer Größe von über 4,40 Metern ist er der einzig bekannte Bildstock im Ried.

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Hinter der eher wenig mitreißenden Bezeichnung „religiöses Kleindenkmal“ verbirgt sich in diesem Fall eine besondere Geschichte. Es geht um Mord und Totschlag und um eine auf fromme Art und Weise zur Schau gestellte Dankbarkeit einer Person, dessen Sohn im Jahr 1769 eine echte Räuberpistole überlebte. Der Filius des Schankwirtes Carl Franz Wideman soll ermordet werden, es kommt aber zu einer folgenschweren Verwechslung: Anstatt seiner wird ein unschuldiger Knecht ermordet. Aus Dankbarkeit lässt der Vater den Bildstock am Mittelweg zwischen Bürstadt und dem Boxheimerhof errichten, wo er bis nach dem Zweiten Weltkrieg stand, bevor er bei der Erschließung eines Neubaugebietes weichen musste.

Jetzt erinnert ein Schild an diese einzigartige Begebenheit. Die Bürstädter Bürgerstiftung ist für dessen Aufstellung verantwortlich. Die Initiative ging von Dieter Baierle aus, dem direkten Nachbarn des sandsteinernen Monuments. „Ich wurde ständig gefragt, was es mit dem Denkmal auf sich hat. Meistens waren es Geocacher, für die das hier ein markanter Anlaufpunkt ist“, berichte Baierle.

Die Bürgerstiftung um ihren Ersten Vorsitzenden Peter Tschirch war von der Idee eines Informationsschildes sofort angetan. Ein weiterer Nachbar, der ehemalige Erste Stadtrat Walter Wiedemann, konnte sich entsinnen, wie die Einfassung 2011 neu hergerichtet und der poröse Sandstein 2014 saniert wurde.

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Nun scheint alles komplett und der Bildstock erinnert noch aufschlussreicher an das Schicksal von Carl Franz Wideman Junior, dessen zufälliges Überleben vor knapp 250 Jahren ein Knecht mit dem Leben bezahlen musste. jkl

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