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Serie Leichtathletik - Der TV Bürstadt stellt diesmal Diskuswerfen vor – als Einstimmung auf die WM und EM im Sommer

Auf den Schwung kommt es an

Von 
Christine Dirigo
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Der deutsche Diskuswerfer Robert Harting – hier vor vier Jahren bei der Europameisterschaft im Berliner Olympiastadion – hat die Scheibe 70,66 Meter weit werfen können. © Michael Kappeler/dpa

Bürstadt. Um auf die Leichtathletik-WM und EM im Sommer einzustimmen, stellt der TV Bürstadt jede Woche eine andere Disziplin vor, dieses Mal geht’s um das Diskuswerfen. In der Antike war der Diskuswerfer der Inbegriff eines Athleten. Diese olympische Disziplin kann beim TV Bürstadt erlernt werden. „Heute werden in einem regulären Wettkampf sechs Versuche geworfen. Ziel ist es, den Diskus möglichst weit in einen vorgegebenen Sektor zu schleudern“, erklärt Ernst Becker, Leiter der Abteilung Leichtathletik.

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Diskuswerfen



Definition: Der Diskuswurf ist eine olympische Disziplin der Leichtathletik. Dabei wird eine Scheibe geworfen, die von der Mitte her zum Rand dünner wird.

708 vor Christus ist diese Sportart erstmals bei den antiken Olympischen Spielen nachgewiesen. In der Neuzeit war der Diskuswurf bei den ersten Olympischen Spielen 1896 in Athen dabei. 1928 waren Frauen das erste Mal bei Olympischen Spielen zugelassen.

Der deutsche als auch der weltweite Rekord liegt bei 74,08 Meter und wurde von Jürgen Schult aus der DDR 1986 aufgestellt. Bei den Frauen hält Gabriele Reinsch aus der DDR den Weltrekord mit 76,80 Metern.

Beim TV liegt der Rekord bei den Herren bei 42,62 Meter, geworfen von Thomas Wilhelm (1991) und bei den Frauen 40,60 Meter von Alexandra Brenner (1996).

Das Schnuppertraining findet am Freitag, 24. Juni, von 17 bis 19 Uhr im TV-Stadion statt.

Geworfen wird mit einer Diskusscheibe. Sie ist kreisförmig und bei Wettkämpfen der Männer auf zwei Kilogramm und bei den Frauen auf ein Kilogramm genormt. Für Jugendliche und Senioren gibt es weitere Gewichtsklassen. Der Diskus besteht aus Holz oder Kunststoffen, hat einen Einfassungsring aus Messing oder Stahl mit abgerundeter Außenkante und in der Mitte beidseitig einen Metalleinsatz. Moderne Scheiben werden unter anderem mit Kohlenstofffasern verstärkt oder anderen Verbundwerkstoffen gefertigt.

Beschleunigung ganz wichtig

Guten Technikern unter den Athleten gelingt durch diese Zusammensetzung eine spürbare Steigerung der Weiten, weil die Massenverteilung besser als beim Holzdiskus variiert. Für den Werfer wird die jeweils beste Weite gezählt. Nach den ersten drei Versuchen qualifizieren sich die acht Athleten mit höchsten Weiten für den Endkampf, in dem dann wieder jeweils drei Würfe ausgeübt werden. Dabei wird die Reihenfolge der Werfer neu geordnet.

Die Technik des Diskuswurfes besteht aus einer anderthalbfachen Drehung um die eigene Achse. Um den Diskus unter den eben genannten Bedingungen möglichst kräftig zu beschleunigen, müssen viele Aspekte beachtet werden. Außerdem kann man die relativ flüssig aussehende Drehbewegung in verschiedene Phasen unterteilen: das Halten des Diskus, die Ausgangsstellung, den Anschwung der Drehung, die Wurfauslage, die Abwurfbewegung und das Abfangen.

Beim Halten liegt der Diskus auf den letzten Fingergliedern, der Schwerpunkt befindet sich zwischen Zeige- und Mittelfinger. Durch eine leichte Beugung im Handgelenk berührt der obere Diskusrand den Unterarm. Dies verhindert das Herausfallen bei den Bewegungen und sorgt für die notwendige Lockerheit der Muskeln. Der Arm mit dem Diskus hängt locker pendelnd seitlich am Körper herab. Dann bringt der Sportler den Diskus mit gestrecktem Wurfarm dazu, möglichst weit nach rechts hinten etwas über Schulterhöhe zu schwingen. Die Schwungbewegung sollte locker und ruhig ausgeführt werden.

Kraft überträgt sich auf Scheibe

Durch die Drehung wird der Diskus auf einem möglichst langen Weg fortlaufend beschleunigt. Dabei wird das Gerät durch die Beine überholt, wodurch sich eine Vergrößerung der Verbindung zwischen Schulter- und Beckenachse ergibt. Der Werfer muss sich nach der Umdrehung in einer guten Gleichgewichtslage befinden, damit er seine Kraft voll auf den Diskus übertragen kann.

Beim Abwurf weist der Handrücken nach oben, und der Diskus rollt über den Zeigefinger ab. Durch die Rotation erhält der Diskus Flugstabilität. Das Abfangen des Körperschwunges erfolgt beim Stützwurf durch Umspringen der Beine. Das rechte Bein kommt dabei nach vorn an den Kreisrand, mit dem Kniegelenk wird das Körpergewicht abgefangen. Es soll erst umgesprungen werden, wenn das Gerät die Wurfhand verlassen hat.

Beim TV Bürstadt werden die speziellen Wurfübungen zur Vorbereitung und Optimierung der Wettkampftechnik mit Trainer Peter Purdak einstudiert. Sie bilden mit dem Üben der Wettkampftechnik das sogenannte Techniktraining. In der Regel bauen die Übungen aufeinander auf, indem sie entweder den Schwierigkeitsgrad erhöhen oder verschiedene Bewegungsteile nacheinander erarbeiten, um dann wieder zu einer komplexen Übung zusammengefügt zu werden.

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