Wahlkampf - Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt Ärger um Plakate der Grünen

Von 
Sandra Bollmann
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Bürstadt. „Da hatte jemand richtig Wut“, schüttelt Uwe Koch, Vorsitzender der Bürstädter Grünen, den Kopf. Gleich drei Wahlplakate sind bis zur Unkenntlichkeit zerstört worden, zwei in der Nibelungenstraße zwischen Fortmann Mascerade und der Bäckerei Blüm, das dritte in der Dammstraße. Zum Teil sind nur noch Fetzen übrig, berichtet Koch. Am Montagmorgen haben die Grünen Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt. „Weil es um politische Inhalte geht, wird das Ganze an den Staatsschutz weitergeleitet“, hat Koch dabei erfahren.

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Seiner Meinung nach muss der Übeltäter gezielt vorgegangen sein: „Ausschließlich unsere Plakate sind betroffen, die von CDU, SPD und Freien Wählern sind völlig in Ordnung. Das geht speziell gegen uns“, ist sich Koch sicher. Dass im Wahlkampf mit harten Bandagen gekämpft wird, ist für den Partei-Chef nichts Neues. Wie heftig es dabei zur Sache geht, wundert den Bürstädter dann doch. „Wir haben uns schon üble Beschimpfungen anhören müssen“, berichtet er davon, wie es in den sozialen Medien zu geht. Einige unflätige Kommentare auf der Facebook-Seite der Parteien habe man inzwischen schon gelöscht. „Kritik ist ja in Ordnung“, findet Uwe Koch. „Aber sobald es unter die Gürtellinie geht, löschen wir das weg.“

Werbung abgehängt

Nur noch Fetzen: Das Grünen-Plakat ist total zerstört. © Grüne Bürstadt

Ärger um die Plakatierung hatte es bei den Grünen schon gegeben, bevor die Zerstörungen am Samstagmorgen entdeckt wurden. So habe die Stadt einige Plakate der Grünen abgehängt, weil sie gegen die neuen, strengeren Richtlinien verstoßen hätten. „Wir mussten sie dann beim Rathaus abholen“, berichtet der Grünen-Vorsitzende.

Allerdings kritisiert er, dass die Wahlwerbung anderer Parteien hängengeblieben sei. Und auch an vielen anderen Plätzen in Bürstadt, wo es laut der neuen Anordnung keinesfalls erlaubt sei, für seine Partei zu werben – wie an Straßeneinmündungen, Ampeln und Verkehrszeichen. „Wir haben das Rathaus zweimal darauf hingewiesen. Passiert ist allerdings nichts“, ärgert sich der Grünen-Vorsitzende. Stattdessen seien weitere Plakate dazu gekommen, unter anderem im Kreisel am Bibliser Pfad, wo Wahlwerbung inzwischen überhaupt nicht mehr geduldet werde.

Auch CDU betroffen

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Vom Rathaus war am Montag zwar keine Stellungnahme mehr zu erhalten. Allerdings mussten auch andere Parteien ihre Plakate wieder entfernen, wie Ursula Cornelius, Fraktionsvorsitzende der CDU, bestätigte. Sie selbst war unterwegs, um einige Plakate wieder abzunehmen. Die Regeln für die Wahlwerbung seien deutlich verschärft worden. „Da sind dann doch einige Fehler passiert“, räumt sie ein.

Redaktion Redakteurin "Südhessen Morgen", Schwerpunkt Bürstadt