Breitbandausbau - Frist läuft am Montag in Bürstadt aus

17 Prozent fehlen noch für Glasfaser

Von 
Corinna Busalt
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Bürstadt. Emotional diskutiert wird in der Stadt derzeit das Thema Glasfaser – auch auf Facebook geht’s dazu rund. Am Montag, 14. Juni, endet die Frist, die das Unternehmen Deutsche Glasfaser der Stadt Bürstadt gesetzt hat: Wenn bis dahin 40 Prozent, also 2700 Bürger, einen Vertrag geschlossen haben, versorgt es das gesamte Stadtgebiet mit schnellem Internet. Für viele Bürger ist das ein unschlagbares Angebot, weil damit die Datenmenge online endlich keine Rolle mehr spielt. Kupferkabel dagegen kommen rasch an ihre Grenzen, was viele im Homeoffice oder Homeschooling während der vergangenen Monate leidvoll erfahren haben. Bis Mittwoch haben sich allerdings nur 23 Prozent der Bürstädter verpflichtet.

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Johannes Britz gibt trotzdem nicht auf. Der Bürstädter rührt – neben Hermann Ofenloch – ganz stark die Werbetrommel für Glasfaser. Alles ehrenamtlich und ohne Verbindung zu der Firma. Britz hat er unter www.glasfaser-buerstadt.de eine Internetseite etabliert, die auf Youtube verweist. Dort hat Britz ein Video von sich hochgeladen, um die Vorteile von schnellem Internet zu erklären: Als Standortfaktor sei es unverzichtbar: für Firmen, die schon da sind, und für solche, die sich in Zukunft in Bürstadt niederlassen. Auch Privatleute – egal welchen Alters – müssten zugreifen, denn mit schnellem Internet steige der Wert eines Hauses um drei bis sieben Prozent, argumentiert Britz. „Wir dürfen das nicht verpassen!“ Auch seine Arbeitskollegin Henriette, die in Gerolsheim lebt und bereits Glasfaser nutzt, hat er für ein Video gewinnen können.

Johannes Britz kämpft engagiert für den Breitbandausbau in Bürstadt. © Busalt

Dass die Frist in wenigen Tagen endet und noch 17 Prozent fehlen, kann Britz nicht bremsen. „Noch haben wir die Chance, das zu schaffen“, sagt er auf Anfrage am Telefon. Zudem hofft er, dass die Frist verlängert wird. Bei der Deutschen Glasfaser heißt es nur, dass es Gespräche darüber gebe, dabei ist von mindestens zwei Wochen die Rede, also bis Ende Juni. Britz würde lieber gleich sechs Wochen verlängert: bis Ende Juli.

„Viele, die anfangs skeptisch waren, überlegen es sich gerade noch“, sagt Valentin Sulcs von Deutsche Glasfaser und hofft bis Montag noch auf einen ordentlichen Schub an Vertragsabschlüssen. Sulcs kennt auch Kommunen, die die fehlenden Prozente am Ende selbst ausgeglichen haben. Darüber hatten die Fraktionschefs beim Pressegespräch zu ihrem gemeinsamen Appell für den Breitbandausbau bereits gesprochen, waren aber noch vorsichtig. Denn dies könnte zu einer Ungleichbehandlung der Bürger führen. Zudem ist die Höhe der Kosten, die über Steuergeld zu finanzieren wären, unklar. Von Seiten der Stadtverwaltung heißt es bislang nur, dass sie Gespräche mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser über eine Verlängerung der Frist führt.

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Redaktion Redakteurin des Südhessen Morgen und zuständig für die Ausgabe Bürstadt/Biblis