Steinerwaldschule

Steinerwaldschüler sammeln säckeweise Müll ein

Von 
Stefanie Reis
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Turbulent ging es bei der Müllsammel-Aktion der Steinerwaldschule zu. Sogar weggeworfene Ölkanister landeten in den Müllsäcken der Kinder. © Stefanie Reis

Nordheim/Wattenheim. Daumen runter bei so viel Müll in der Natur: Die Kinder der Steinerwaldschule griffen zur Mülltüte und sammelten in der Gemarkung von Nordheim, Wattenheim und auch an der Rheinbrücke bei Worms Unrat und Abfall auf. „Schnelle Erfolgserlebnisse waren leider garantiert“, berichtete Schulleiterin Antje Kühlberg. Die Klassen waren jeweils gut eine Stunde unterwegs und befreiten die Natur von Motorölflaschen, Radkappen, Flaschen oder Altmetall.

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Die unschönen Hinterlassenschaften sind immer öfter zu finden, gerade während der Corona-Pandemie. Es ziehe viel mehr Menschen in die Natur, dabei werde das eine oder andere im Grünen vergessen oder fallen lassen, ist sich Kühlberg sicher. Hinzu komme die bewusste Verschmutzung der Natur durch größere Abfälle. „Für uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass wir die Kinder diesbezüglich sensibilisieren“, erläutert die Schulleiterin den pädagogischen Ansatz. Den Kindern selbst sei das schon aufgefallen. Sie hatten bereits berichtet, dass sie viel Müll in der Natur sehen.

So verband die Schule bei frühlingshaften Wetter Bewegung und Müllsammeln in einem. Hierbei ließ sich die Schule von der neuen Trendsportart, dem „Plogging“, inspirieren. Der Trend stammt aus Schweden, beim Joggen wird gleichzeitig Müll aufgesammelt. Das Wort setzt sich aus dem schwedischen Wort „plocka upp“ für aufheben und Jogging zusammen. Die Grundschüler joggten zwar bei ihrem Ausflug nicht, beim Müllsammeln kamen sie allerdings trotzdem ins Schwitzen.

Jede Klasse war gut eine Stunde in der Gemarkung unterwegs. Die Schüler aus Wattenheim sammelten im Grünen, Klassen aus Nordheim konzentrierten sich auf die Wege zum Rhein oder den Wendehammer, zwei Klassen nahmen den Kampf gegen Müll an der Rheinbrücke in Worms auf.

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Busse brachten die Kinder an ihren jeweiligen Einsatzort. Hier dankte Antje Kühlberg dem Busunternehmen Müller aus Biblis, das die Kinder preisgünstig transportierte. Genauso wie der Gemeinde Biblis, die Greifzangen auslieh und Müllsäcke zur Verfügung stellte und später die vollen Mülltüten einsammelte und entsorgte. Handschuhe wurden über das Schulbudget angeschafft.

Zum Nachdenken anregen

„Die Kinder waren hochmotiviert, sogar Schüler aus der Wechselklasse, die diese Woche nicht im Präsenzunterricht sind, nahmen teil“, berichtete die Schulleiterin. Sie hofft, dass die Jungen und Mädchen durch ihre Sammelaktion auch andere, die sie gesehen haben, zum Nachdenken anregen konnten – damit weniger Müll unachtsam auf dem Boden oder in der Natur landet. „Für die Kinder war es teilweise erschreckend, wie viel Müll an manchen Stellen herumlag, aber auch ein gutes Gefühl, dass sie mithelfen konnten, die Natur davon zu befreien“, erklärte Kühlberg.

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