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Kommunalpolitik

Parlament will nicht in die Heldenbrücke investieren

Bibliser Bürgermeister wirbt vergeblich für eine Aufwertung der Fläche für Mensch und Tier an der Weschnitz

Von 
Christine Dirigo
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Die Heldenbrücke, die eigentlich zu Einhausen gehört, aber auf Bibliser Gemarkung liegt, wird im Volksmund auch „Bubi-Brücke“ genannt. Sie ist mit einem Drahtgitter verschlossen, weil sie nicht mehr sicher ist. © Chrstine Dirigo

Biblis. Noch einmal warb Bürgermeister Volker Scheib für die Heldenbrücke an der dann renaturierten Weschnitz, die zusammen mit Einhausen finanziert werden sollte. Erneut stieß er bei den Bibliser Parlamentariern auf Ablehnung. Die Enttäuschung stand ihm nach dieser Entscheidung ins Gesicht geschrieben. Scheib sprach von einer „Naturerfahrung auf höchstem Niveau“, die man auf der Heldenbrücke machen könne. Und jetzt verbanne man Bürger und Gäste auf eine Seite. Das Flüsschen werde im Zuge der Deichsanierung wieder in natürliche Schlingen gelegt. Ansonsten werde es Trittsteine durch die Weschnitz geben. An dieser Stelle sei unter anderem eine pädagogische Betreuung angedacht, es gebe Rückzugsgebiete für Tiere, aber auch Räume, in denen sich Tier und Mensch begegnen können.

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Gespräch mit Einhausen nötig

Wenn man jetzt den betonierten Weg rechts der Weschnitz Richtung Einhausen läuft, gibt es recht weit hinten die sogenannte Bubi-Brücke, offiziell Heldenbrücke. Sie ist schmal, aus Beton und seit 2020 gesperrt. Der Weg knickt im rechten Winkel ab. Oben stehen zwei Bänke für die Aussicht. Die Brücke selbst ist mit einem Drahtgitter auf beiden Seiten verschlossen, so dass man sie nicht mehr passieren kann. „An der Brücke ist schon sehr lange nichts mehr gemacht worden, die Geländer sind verrostet, und sie ist nicht mehr sicher. Wenn wir sie regelmäßig gewartet hätten, würden wir jetzt vom Land eine größere Summe erhalten, denn es hätte sie uns im Zuge der Sanierung abgekauft“, sagte Scheib voller Bedauern.

Ungefähr auf Höhe der Bubi-Brücke soll auch die Renaturierung stattfinden. Der Bürgermeister bat vor allem die CDU darum, Gründe für ihr Nein zu nennen. „Ich möchte meinen Kollegen aus Einhausen das erklären“, brachte Scheib vor. Die Heldenbrücke bringe wenig Nutzen und Vorteile für Biblis, findet CDU-Mitglied Johanna Iovine: „Wir haben einen defizitären Haushalt, müssen aber unsere Pflichten erfüllen und die liegen unter anderem bei einer neuen Kita. Wir können es uns derzeit nicht leisten.“Hans-Peter Fischer, Fraktionsvorsitzender der Freien Liste Biblis, glaubt, dass die 75 000 Euro angesichts der Preissteigerungen nicht reichen, zudem sieht er in der Brücke keinen großen Nutzen. SPD-Fraktionschef Sven Vollrath tat es leid, dass die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Biblis und Einhausen beschädigt werden könnte. Er hatte zwischenzeitlich einen Anruf aus Einhausen. Die Person habe ihm mitgeteilt, das Einhäuser Parlament habe schon vor längerer Zeit Bescheid bekommen, dass Biblis die Kostenteilung mittrage. Vollrath betonte noch einmal, für die Bibliser habe diese Brücke keinen Nutzen, und die Kosten seien zu hoch.

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Der Bürgermeister verwies auf die interne Vorstellung des Projekts der Deichsanierung im letzten Herbst. Da sei die Stimmung eher positiv gewesen. Diese Art der Präsentation kritisierte Gerhard Becker (CDU): „Wir wissen nicht, ob das eine Brücke oder ein Steg geben soll. Da ist im Vorfeld zu wenig kommuniziert worden. Für Biblis spielt der ‚Steg‘ keine Rolle.“ Einzige weitere Querungen zwischen den beiden Riedgemeinden für die Weschnitz ist jetzt lediglich die „Bruchbrücke“, die am Werrtor zum Hähnchenlokal Bruchweiher führt. Ansonsten kann man das Flüsschen nur noch in Einhausen selbst überqueren. Die beiden Rampen sollen laut Scheib noch gebaut werden, da sie nicht zur Brücke gehören.

Freie Autorin

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