Bauausschuss - Drei Interessenten wollen in der Goethestraße in Biblis Wohnraum schaffen / Pläne für Gelände „Am Großen Weichweg“ Investoren stellen Projekte vor

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Christine Dirigo
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Gleich drei Vorschläge möglicher Investoren befassen sich mit dem gemeindeeigenen Gelände an der Goethestraße, das mit der alten Schreinerei Barth beginnt. Links ist die Friedhofsmauer zu sehen und der Bahnübergang Alte Friedhofstraße. © Christine Dirigo

Biblis. Vier Investoren haben dem zuständigen Fachausschuss ihre Konzepte für neue Bauvorhaben in Biblis vorgestellt. Drei Vorschläge befassen sich mit dem gemeindeeigenen Teil des ehemaligen Friedhofserweitertungsgeländes in der Goethestraße. Dieses beginnt gleich hinter der Neuen Friedhofstraße.

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Das Gelände ist zweigeteilt, den hinteren Teil besitzt die Thelen-Gruppe. Sie hat dort Reihen- und Doppelhäuser vorgesehen und will den vorderen Teil nicht mitentwickeln. Timo Ofenloch aus Bürstadt entwickelt Areale zur Bebauung. Zusammen mit Architekt Michael Harmuth erläuterte er das Projekt „Leben am Campus“.

Er möchte vier Gebäudekomplexe und einen Riegel zu den Gleisen hin errichten. „In dem Riegel könnten Singles einziehen. Da sind kleine Wohnungen vorgesehen, etwa für Studenten, Senioren oder Alleinerziehende mit Kind“, erklärte Timo Ofenloch. Dieser Gebäudekomplex verfügt über einen Turm in Richtung Bahnübergang, in dem unten eine Kindertagesstätte und oben so genannte Co-Working-Räume eingerichtet werden könnten – zum Beispiel fürs Homeoffice oder für Freiberufler. Alle Gebäude sollen Tiefgaragen erhalten, dazu Stellplätze mit Elektroladestationen. Die Dächer werden mit Photovoltaik ausgestattet, so dass der Strom fast kostenneutral ist.

Mehrgenerationenwohnen

Ein anderes Konzept stellte Roland Träger von Träger Architekten vor. Im „Goethequartier“ sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen, die sich sternförmig um ein etwas niedrigeres Gebäude in der Mitte anordnen. Dort wäre Platz für einen Bäcker als Frequenzbringer, eine Kindertagesstätte im Erdgeschoss mit großem Außenbereich und Co-Working-Plätze. Auch hier sind Tiefgaragen vorgesehen. Das Quartier ermögliche ein Mehrgenerationenwohnen. Ein Blockheizkraftwerk ist für die zentrale Energieversorgung geplant. Der Wohnraum soll bezahlbar und behindertengerecht sein.

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Ein weiterer Bewerber ist die Christophorus Wohnheime eG. Die Genossenschaft verfolgt einen anderen Ansatz. Vorstand Gernot Jakobi sieht in sozialem Wohnungsbau kein Spekulationsobjekt, sondern würde mit den späteren Mietern Erbbauverträge abschließen. „Geplant sind erst einmal 32 Wohnungen in zwei Komplexen. Der Großteil des Areals ist noch frei und kann sich aber je nach Bedarf weiterentwickeln“, meinte Jakobi. Tiefgaragen soll es nicht geben, das würde sich nicht mit sozialem Wohnungsbau vertragen, meinte er. In einem der Gebäude ist eine öffentliche Einheit eingeplant, je nach Bedarf könnte es eine Kindertagesstätte sein. Den Schwerpunkt legt die Genossenschaft auf altersgerechtem und ambulant betreutem Wohnen.

Alle drei Investoren planen dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss. SPD-Fraktionsvorsitzender Josef Fiedler sagte, das Wohnen in der Goethestraße wolle man erst nach der Wahl diskutieren und auch, ob 30 oder 100 Wohnungen gebraucht würden.

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Als Nächstes stellte Michael Schweiger vom Ingenieurbüro Schweiger und Scholz vor, was die Investorengruppe „KR Keilmann/ Ramaj Immobilien mit dem Gelände „Am Großen Weichweg“ gegenüber dem Seniorenheim vorhat. Das bestehende Gewerbe soll bleiben. Weiter hinten in Richtung L 3261 sollen Doppelhäuser und kleine Wohnungen in dreigeschossigen Gebäuden mit Staffelgeschoss errichtet werden – alles barrierefrei. Im Erdgeschoss würde es Platz für eine Kindertagesstätte geben, aber auch der Umbau in Wohnungen sei möglich.

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Der Ausschuss empfahl der Gemeindevertretung, sie solle die Gemeinde beauftragen, mit den drei möglichen Investoren für die Goethestraße und mit Michael Schweiger weiter zu verhandeln.

Freie Autorin