Soziales - Politik und Verwaltung wollen sich noch vor der Kommunalwahl mit dem Thema befassen / Bedarf steigt durch Neubaugebiete Debatte um fünfte Kindertagesstätte in Biblis

Von 
Karin Urich
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Biblis. Braucht Biblis eine fünfte Kindertagesstätte? Wenn Politik und Verwaltung auf die Signale aus dem Kreis der Erzieherinnen und verantwortlichen Träger hören, ist der Bedarf eindeutig da. Dies wurde in den jüngsten Ausschuss-Sitzungen und in der Debatte um den Haushalt deutlich. Deshalb soll nun noch vor der Kommunalwahl darüber beraten werden, wo eine Kindertagesstätte gebaut werden könnte.

Auch die Kita Glückskäfer in Wattenheim hat eine lange Warteliste. © c. dirigo
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Bürgermeister Volker Scheib erklärt im Gespräch mit dieser Redaktion, dass das Thema Kinderbetreuung in der Verwaltung präsent sei. Nun gehe es darum, auch im politischen Raum ein Bewusstsein zu schaffen, dass hier zeitnah eine Lösung gebraucht wird.

Eine erste Entlastung soll eine Containerlösung mit zehn Krippenplätzen in Wattenheim bringen. Dafür stehen bereits Mittel für Bau und Personal im Haushaltsplan, der gerade verabschiedet worden ist. Doch damit lasse sich der steigende Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen nicht dauerhaft und gemäß der gesetzlichen Vorgaben decken. Das ist auch dem Bürgermeister klar.

Die CDU-Fraktion hat bereits mit einem Antrag reagiert. Sie will die Verwaltung beauftragen zu prüfen, wie viele Kita-Plätze einschließlich Hort mittelfristig zusätzlich gebraucht werden. Außerdem soll die Verwaltung vorschlagen, an welcher Stelle in Biblis ein Kindergarten-Neubau realisiert werden könnte. Die CDU wünscht sich auch eine Kostenschätzung und die Prüfung von Fördermöglichkeiten. Letztlich sei auch zu klären, wer für eine Trägerschaft in Frage komme.

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CDU-Fraktionschef Hans-Michael Platz will das Thema ergebnisoffen diskutieren. Was den Standort angeht, sollte die Einrichtung allerdings gut erreichbar sein für alle künftigen Nutzer. Baugebiete entstehen derzeit im Helfrichsgärtel und nördlich der Rübgärten. Deshalb sei aus seiner Sicht ein Standort im alten Ortskern eher ungünstig.

Auch für den stellvertretenden SPD-Fraktionschef Sven Vollrath ist eine fünfte Einrichtung unumgänglich, „auch wenn der frühere Bürgermeister da andere Zahlen vertreten hat“, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion klar macht. Was Standort und Trägerschaft angeht, ist auch Vollrath völlig offen. Er betont allerdings, dass das Grundstück groß genug sein müsse, um auch ein Außengelände und genügend Plätze zur Verfügung stellen zu können – auch mit Blick auf Kinder, die einen höheren Integrationsbedarf haben und damit in der Statistik mehr als einen Platz in Anspruch nehmen.

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Für Volker Scheib spielt auch die Frage eine Rolle, ob eine größere Einheit geschaffen werden sollte oder mehrere dezentrale Lösungen. „Ich habe persönlich auch mit kleineren Einrichtungen gute Erfahrungen gemacht“, sagt Scheib. Für eine solche würde sich aus seiner Sicht auch ein Grundstück im alten Ortskern eignen, das die evangelische Kirche der Gemeinde zur Erbpacht angeboten hat. Für eine große Einrichtung reiche der Platz dort allerdings nicht.

Redaktion Redakteurin beim "Südhessen Morgen" mit Schwerpunkt Bürstadt/Biblis