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Umstrittenes Projekt

Ilvesheim: Reaktionen auf Kombibad-Verein - vollständige Statements

Von 
Torsten Gertkemper
Lesedauer: 

Ilvesheim. Einige Ilvesheimer Vereine und Organisationen könnten bald einen Förderverein für das neue Kombibad gründen (wir berichteten). Die Reaktionen der einzelnen Fraktionen im Gemeinderat darauf fiel sehr unterschiedlich aus. Hier sind alle Statements der politischen Gruppierungen ungekürzt abgebildet. Folgende Fragen hatte diese Redaktion an die Fraktionen gestellt.

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  • Wie bewerten Sie die Forderung der genannten Organisationen nach dem Bau eines neuen Bades?
  • Wie sehen Sie die geplanten Übergangslösungen (Becken in der Schloss-Schule), die z.T. besprochen wurden?
  • Was halten Sie davon, wenn tatsächlich eine Initiative oder ein Förderverein gegründet werden sollte?

Freie Wähler (sechs Sitze):

Die Forderungen der Vereine, Schwimmschulen und weiteren Nutzer des Hallenbads wundern uns nicht, die Zahl von bis zu 1.600 Kindern, die Woche für Woche dort schwimmen lernen, spricht ja auch für sich. Ilvesheim ist nun einmal von Wasser umgeben, da ist es unbedingt erforderlich, dass die Kinder schwimmen können. Wir sind der Schloss-Schule dankbar, dass sie in ihrem Bad Schwimmunterricht durch die Vereine und Organisationen ermöglichen will. Allerdings befürchten wir, dass dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein wird.
Denn die Möglichkeiten, die unser Hallenbad bietet, da kann das Bad der Schloss-Schulet wohl nicht mithalten. Die Gründung eines Fördervereins oder einer Initiative zum Bau des Kombibads würden wir begrüßen.

Grüne (fünf Sitze):

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Bürgermeister Metz hat den „Runden Tisch Bad“ initiiert, um von seiner Haltung abweichende Fraktionen unter Druck zu setzen. Schon die Zusammensetzung der Veranstaltung wirft Fragen auf. Unabhängige Gemeinderätinnen und -räte, wie etwa Katharina Kohlbrenner (CDU) und ich (Michael Haug, Grüne), waren explizit ausgeladen. Die Volkshochschule und die Friedrich Ebert Schule, die von der Gemeinde getragen werden und somit in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Bürgermeister stehen, waren hingegen dabei. Die TSG-Seckenheim und die Schwimmschule Flipper sind nicht einmal Ilvesheimer Institutionen, profitieren jedoch von der Gemeinde. Eine Forderung nach einem neuen Bad, die auf ausdrücklichen Wunsch von Bürgermeister Metz zustandekommt, ist wenig glaubwürdig. Immerhin lässt der Bürgermeister in der Pressemitteilung die Katze aus dem Sack und fordert ein Hallen- oder Kombibad. Damit macht er klar, dass ein Kombibad, um das es im Bürgerentscheid noch ging, gar nicht mehr gewollt ist. Die Kostenfrage spricht er nicht einmal an. Abhängige vorzuschicken, um eigene Interessen durchzusetzen, lehnen wir ab und weisen die Forderung des Bürgermeisters zurück. Wir stehen weiter für den Bau eines attraktiven Freibades, wie es Ilvesheim über Jahrzehnte hatte. Eine Initiative wie beschrieben wäre von Anfang an eine des Bürgermeisters. Forderungen aus diesem Kreis wären genauso wenig unabhängig wie die beim Treffen aufgestellten. Es ist traurig, dass der Bürgermeister auf ihn angewiesene Institutionen nutzt, um die Gemeinde zu spalten und Druck auf demokratisch gewählte Parteien auszuüben. (Zur Frage nach Ausweich-Schwimmflächen:)Eine Lösung durch Zusammenarbeit mit der Schloßschule können wir uns gut vorstellen. So können Vereine und Schule weiter dauerhaft ein Bad nutzen.

CDU (vier Sitze):

Dass sich die genannten Organisationen für den Bau des Bades aussprechen, ist nicht überraschend und auch nicht neu. Speziell die DLRG hatte sich von Anfang an für den Bau des Kombibades eingesetzt. Dies liegt natürlich in der Natur der Sache, da sich alle dem Schwimmsport, der Schwimmausbildung oder anderer Aktivitäten im Wasser verschrieben haben und somit darauf angewiesen sind, dass  entsprechende Wasserflächen von den Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Dass die Schloss-Schule grundsätzlich bereit ist, der DLRG und der Grundschule einige Zeitfenster  in ihrem Bad zum Training bzw. Unterricht anzubieten, bedeutet in dieser Situation eine großzügige Unterstützung und Hilfe, die sicherlich einiges an organisatorischem Aufwand bedeuten wird. Dies zeigt aber wieder einmal die enge Verbundenheit der Landeseinrichtung Schloss-Schule und der Gemeinde Ilvesheim. Ob dies allerdings ausreicht und wie man die anderen Organisationen unterstützen kann, muss noch weiter diskutiert werden. Speziell die gestartete Debatte um einen vorübergehenden, befristeten Weiterbetrieb des Hallenbades nur zu Schulungszwecken ist sicherlich ein heikles Thema, bei dem neben der Gemeinde Ilvesheim auch weitere Genehmigungsbehörden mitreden werden. Da die Gemeinderäte im Vorfeld nicht über das Treffen informiert und auch nicht eingeladen wurden, ist es schwer sich zu den Ideen einer Initiative oder eines Fördervereins zu äußern. Bisher haben wir von den Plänen nur aus zweiter Hand erfahren, dass die Idee im Raum steht. Genauere Ideen und Betätigungsfelder dieser angedachten Gruppierungen sind uns nicht bekannt. Allgemein kann man dazu sagen, dass andere Gemeinden, wie beispielsweise Schriesheim mit seinem Waldschwimmbad, sehr gute Erfahrungen mit einem Förderverein gemacht haben. Auch das Capitol in Mannheim profitiert stark von seinem Förderverein. Wir möchten ebenfalls noch darauf hinweisen, dass auf Betreiben von Katharina Kohlbrenner hin bereits ein erstes Gespräch mit Vertretern der Stadt Mannheim und Bürgermeister Metz stattgefunden hat , um die Möglichkeiten einer gemeinsamen Vorgehensweise bei diesem Projekt zu diskutieren.

SPD (drei Sitze, Mitschrift aus Telefonat mit Dagmar Klopsch-Güntner):

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„Keine schlechte Idee“ – so bezeichnete SPD-Rätin Dagmar Klopsch-Güntner die mögliche Gründung eines Fördervereins. Damit könnte man „den lauten Gegenstimmen zum Bad mal etwas entgegensetzen“. Sie sah in den Ideen für einen eventuellen Weiterbetrieb lediglich „Zwischenlösungen“.

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Redaktion Redaktion Neckar-Bergstraße, zuständig für Ilvesheim und Friedrichsfeld

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