Anklage Tochter missbraucht - Bilder ins Internet gestellt

Von 
Simone Jakob
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Ein Familienvater aus dem Rhein-Pfalz-Kreis muss sich bald vor dem Frankenthaler Landgericht verantworten, weil er seine vier Jahre alte Tochter sexuell missbraucht haben soll. (Symbolbild) © dpa

Ludwigshafen/Koblenz. Koblenz/Ludwigshafen. Die Generalstaatsanwalt Koblenz hat einen 45 Jahre alten Familienvater aus dem Rhein-Pfalz-Kreis angeklagt, weil er seine vierjährige Tochter missbraucht und Bilder davon in den sozialen Netzwerken veröffentlicht haben soll. Geführt wird das Verfahren wegen schwerem sexuellem Missbrauch von der Landeszentralstelle Cybercrime in Koblenz. Der Prozess soll nach Behördenangaben aber vor der Ersten Großen Strafkammer in Frankenthal stattfinden. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.
Begonnen haben die Ermittlungen gegen den Pfälzer der Staatsanwaltschaft zufolge im Juli 2019, als der Internetdienst Facebook eine halbstaatliche US-Kinderschutzorganisation darüber informierte, dass der Vater Aufnahmen mit kinderpornographischem Inhalt auf seinem Nutzerkonto eingestellt hat. Als die deutschen Behörden Kenntnis von dem Fall erhielten, sei das Wohnhaus des Mannes im Rhein-Pfalz-Kreis durchsucht worden. Dabei habe sich der Verdacht erhärtet, dass die Bilder den Mann dabei zeigen, wie er sich an seiner vier Jahre alten Tochter vergeht. Das Jugendamt nahm das kleine Mädchen und ihren zehn Jahre alten Bruder daraufhin in Obhut. Weil die Kinder damit außer Gefahr waren, habe der Vater auf freiem Fuß bleiben dürfen. 
Doch bereits im Dezember fiel der Mann in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Köln erneut auf. Die Behörde ermittelte wegen eines WhatsApp-Chats, der dem Austausch über pädophile Neigungen und der Weitergabe von kinderpornographischen Filmen und Fotos diente. Dort habe der Mann aus dem Rhein-Pfalz-Kreis nach Personen gesucht, die ihm ihre Kinder für einen sexuellen Missbrauch zur Verfügung stellen würden. „Deshalb wurde der Angeschuldigte am 16. Dezember festgenommen. Bei einer zweiten Hausdurchsuchung haben die Ermittler wieder viele  einschlägige Bilder von Videos sichergestellt“, berichtet ein Behördensprecher aus Koblenz. Zudem hätten sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Pfälzer mit einer 54-jährigen Frau verabredet hatte, bei nächster Gelegenheit deren 17 Monate alte Enkeltochter sexuell zu missbrauchen. 
Die Koblenzer Ankläger legen dem Familienvater derzeit zwei Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch sowie den Besitz von kinderpornographischen Schriften in über 800 Fällen zur Last. Allerdings dauere die Auswertung des bei der zweiten Hausdurchsuchung sichergestellten, sehr umfangreichen Materials noch an, so dass der Mann mit einer weiteren Anklage rechnen müsse. Er sitzt in Untersuchungshaft und schweigt bislang zu den Tatvorwürfen. Für das Verabreden eines schweren sexuellen Missbrauchs drohen laut Strafgesetzbuch bis zu elf Jahre Haft. 
 

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