Prozess um Messerangriff - Öffentlichkeit ausgeschlossen

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abo
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Mannheim. Im Prozess um einen Messerangriff ist am Morgen am Mannheimer Landgericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Verteidigerin Andrea Combé hatte den Antrag auf Ausschluss des Publikums zumindest während des Vortrags des psychiatrischen Gutachters gestellt.

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Ihre Begründung: Während des Prozesses sei es bisher zu zahlreichen Veröffentlichungen in den sozialen Netzwerken gekommen, auch Akteninhalte seien von Verwandten und Freunden des Nebenklägers veröffentlicht worden, erklärte sie.

Da es bei dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen nun auch über „intime Privatangelegenheiten“ wie die Analyse des gesundheitlichen Allgemeinzustands oder sexuelle Vorlieben gehen wird, wolle die Anwältin sicher gehen, dass nicht noch weitere Details aus dem Verfahren an die Öffentlichkeit dringen. Die Kammer folgte dem Antrag umgehend. Der psychiatrische Gutachter, der sich auch zur Schuldfähigkeit des Angeklagten äußern wird, wird aktuell hinter verschlossenen Türen befragt.

Angeklagt ist ein 24-jähriger Türke, der seinen libanesischen Kumpel im Schlaf mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben soll. Der Prozess wird von außergewöhnlich vielen Zuschauern - Bekannte des Angeklagten wie auch des vermeintlichen Opfers - begleitet. Weil es vor dem Gerichtssaal bereits zu Tumulten gekommen war, begleiten am Landgericht auch Polizeibeamte des Einsatzzuges den Prozess.

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Angela Boll
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