Talent - Surferin Celine Dornick aus Waldsee war schon bei Wettkämpfen in Tokio, Wien und Zürich am Start, aber noch nie auf dem Meer Zwölfjährige mischt Surfszene auf

Von 
Michael Ströbel
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Celine Dornick (12) surft auf der Citywave im Herzen Tokios. © Jochen Dornick

Waldsee. Sie ist erst zwölf Jahre alt, geht in die siebte Klasse und surft schon auf internationalem Niveau: Celine Dornick aus dem pfälzischen Waldsee ist eine der talentiertesten Nachwuchssurferinnen in Deutschland. Angefangen hat alles vor rund zwei Jahren; im Sommer 2017. „Wir waren für ein Wochenende in der Therme in Erding und dann wollte mein Papa in der Jochen Schweizer Arena vorbeifahren“, erinnert sich Celine Dornick. „Eigentlich hatte ich zuerst keine Lust, als ich dort aber die Welle gesehen habe, wollte ich das unbedingt ausprobieren.“

Geborene Wasserratte

  • Celine Dornick ist am 21. September 2006 geboren und besucht die siebte Klasse des Schifferstadter Paul-von-Denis-Gymnasiums.
  • Bis vor zwei Jahren war Reiten ihr großes Hobby, inzwischen konzentriert sie sich voll aufs Surfen.
  • Eine Wasserratte war sie eigentlich schon immer“, sagt ihr Vater, Jochen Dornick.
  • Ihre Vorbilder sind die amtierende Europameisterin Janina Zeitler und die Deutsche Juniorenmeisterin Rosina Neuerer. 
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Bei dieser Welle handelt es sich um eine künstlich erzeugte (stehende) Welle, die als stationäre Anlage von der Firma Citywave gebaut und vertrieben wird.

„Die nächsten Anlagen stehen in München, Wien und Zürich“, verrät die Schülerin – und das macht es für sie und ihre Familie zu einer besonders großen Herausforderung. Im Schnitt alle zwei Wochen fährt sie – begleitet von ihrem Papa Jochen Dornick – zum Training über das Wochenende nach München, um so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser verbringen zu können. „Mehr als eine Stunde ist über zwei Tage verteilt trotzdem nicht drin, weil ja auch noch andere Gäste die Anlage nutzen wollen“, gibt Papa Jochen zu bedenken. „Im Vergleich zu anderen, die täglich trainieren können, ist das natürlich ein großer Nachteil.“

Der Papa unterstützt, wo er kann

Um diesen Nachteil auszugleichen, unterstützt er seine Tochter, wo er nur kann. „Wenn ich sehe, wie weit Celine in ihrem Alter und mit den begrenzten Trainingsmöglichkeiten schon ist, kann ich nur wahnsinnig stolz sein“, sagt er. Das sähen sogar echte Größen der Szene so. Surflegende Robby Naish habe Celine Anfang des Jahres auf der Wassersportmesse Boot in Düsseldorf gesehen. „Er war sofort begeistert von ihr und kam bei ihrem Talent sofort ins Schwärmen“, erzählt Dornick. „Er wollte direkt ein Foto mit mir machen“, ergänzt Tochter Celine sichtlich stolz. Auch das „Surfers Mag“, eine der führenden Branchenzeitschriften, berichtete im Frühjahr ausführlich über sie. Wegen solcher Momente zahle sich das Training und die großen Reisestrapazen aus, finden die beiden.

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Angespornt durch die vielen Komplimente aus der Szene, hat Celine Dornick zum ersten Mal auch bei Wettkämpfen teilgenommen. Etwa bei der Citywave World Tour, dem Weltcup für das Surfen auf der künstlichen Welle – und das sehr erfolgreich: Im Juli belegte sie beim Wettkampf im japanischen Tokio in der Damen-Gesamtwertung den fünften Rang. Bei der separaten Junioren-Wertung schaffte sie den zweiten Platz. Zuvor belegte die frisch gebackene Deutsche Vizemeisterin in Wien den dritten Platz bei den Junioren, den siebten Platz bei der Wassersport-Messe Boot in Düsseldorf und auch in Zürich den zweiten Platz in der Junioren-Rangliste.

Traum von Olympia

„Mein großer Traum wäre es, einmal bei Olympia zu starten“, sagt Celine Dornick. Doch dazu müsse die Sportart erst einmal olympisch werden. Jochen Dornick hofft da auf die Ausrichter der kommenden Sommerspiele 2020 in Tokio: „Jedes Land darf sich ja ein paar Sportarten aussuchen, die dann einmalig olympisch werden. Vielleicht ist ja dann das Surfen auf der stehenden Welle dabei.“ Bei 5000 Zuschauern, die das Geschehen bei der Citywave World Tour in Tokio verfolgt haben, sicher keine ganz unbegründete Hoffnung.

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Celine hat indes noch einen weiteren Wunsch: Endlich auf einer echten, natürlichen Welle zu reiten. „Bisher war ich leider noch nie zum Surfen im Meer, deshalb freue ich mich schon sehr darauf.“

Redaktion Online-Redakteur