Verkehr - Präsidium Mannheim legt Bilanz für 2020 vor / Polizei sieht Corona und schärfere Kontrollen als Ursachen für die erfreuliche Entwicklung Zahl der Unfälle sinkt deutlich

Von 
Bernhard Zinke
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Mit Elektro-Rollern verunglückten im vergangenen Jahr neun Menschen schwer. Insgesamt gab es 56 Verkehrsunfälle mit den E-Scootern in der Region. © dpa

Rhein-Neckar. In fast allen Bereichen sind die Unfallzahlen im Gebiet des Polizeipräsidiums Mannheim gesunken. Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Verkehrsunfallbilanz hervor. Insgesamt seien die wenigsten Unfälle seit der Polizeireform 2014 registriert worden. Damals waren die Präsidien Mannheim und Heidelberg zusammengelegt worden. Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Zahl der Unfälle um 5337 oder 17,4 Prozentpunkte auf 25 322. „Der Rückgang war aber nicht nur darin begründet, dass Corona-bedingt weniger Menschen auf den Straßen unterwegs waren“, sagt Polizeipräsident Andreas Stenger. Dies sei auch auf konsequente Überwachungen, Schwerpunktkontrollen und „engagierte und professionelle Verkehrssicherheitsarbeit in all ihren Facetten“ zurückzuführen.

Tödliche Unfälle

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Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 19 Menschen bei Unfällen getötet, acht in Mannheim, zehn im Rhein-Neckar-Kreis, einer in Heidelberg. Vor allem die Schwächsten hat es getroffen: sechs Radfahrer, vier Fußgänger und vier motorisierte Zweiradfahrer. Zu den Opfern zählten auch drei Autofahrer, ein Lkw-Fahrer und ein Omnibus-Insasse. Es gab 436 Schwerverletzte, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Leichtverletzten ging um 20,5 Prozentpunkte auf 2538 Menschen zurück. Die Polizei setzt weiter auf Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer, um Unfälle zu vermeiden und damit Leben zu retten.

Radfahrer

Die Gesamtzahl verunglückter Radfahrer sank leicht um 5,1 Prozentpunkte auf 1277 (minus 68 Unfälle). Dabei starben sechs Radfahrer (2019: elf). 152 Radler (2019: 145) wurden schwer verletzt, 874 (2019: 898) leicht. Etwa jeder fünfte Radler verunglückte allein, die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Im Vorjahr hatte die Zahl ein Fünfjahreshoch erreicht. Die Polizei will hier den Kontrolldruck hochhalten.

Pedelecs

Einen deutlichen Anstieg um 26,3 Prozentpunkte gab es bei den Unfällen mit Fahrrädern und teil-elektrischem Antrieb: ein Plus von 31 auf insgesamt 149. Das bedeutet einen Höchststand im Fünfjahresvergleich. Zwei Pedelec-Fahrer starben. 127 wurden verletzt, 24 davon schwer – ein kräftiges Plus von 38 Prozentpunkten.

E-Scooter

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Auf den Elektro-Rollern verunglückten im vergangenen Jahr neun Fahrer schwer und 25 leicht. Es kam zu 56 Verkehrsunfällen. Ein Vergleich zum Vorjahr ist noch nicht möglich, da die E-Scooter erst seit Sommer 2019 in der Region unterwegs sind.

Autobahnen

Die Unfälle auf Autobahnen sanken dagegen um mehr als ein Viertel auf 1759. Das bedeutet ein Fünfjahrestief. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank um ein Drittel. Allerdings starben auch 2020 wie im Vorjahr vier Menschen auf der Autobahn, alle mit Beteiligung von Lkw. Unfälle am Stau-Ende, vor einigen Jahren ein Dauerthema in der Stau- und Baustellen-geplagten Metropolregion, sind auch weniger geworden. Die Anzahl sank laut Polizeistatistik während der vergangenen fünf Jahre kontinuierlich. 2020 waren es genau 49 und damit 25 weniger als im Vorjahr. Erstmals verunglückte in diesem Zusammenhang kein Verkehrsteilnehmer tödlich. Elf Verkehrsteilnehmer (2019: 16) wurden am Stau-Ende schwer, 46 (2019: 67) leicht verletzt.

Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region