Mundart - Heimatstadt Bad Dürkheim bereitet Veranstaltungen und Ausstellung vor / 100. Geburtstag als Anlass Volkssänger Kurt Dehn posthum geehrt

Von 
Rolf Sperber
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Die Lieder von Kurt Dehn sind Ohrwürmer und werden auf vielen Kerwen und Volksfesten angestimmt. © privat

Bad Dürkheim. Er galt als Urgestein der pfälzischen Wein-Folklore und war zwischen 1950 und 1990 ihr musikalischer „Dauerbrenner“: Der Volkssänger und Mundartdichter Kurt Dehn (1920-2000) aus Bad Dürkheim-Leistadt. Der erfolgreiche Interpret von mehr als 50 selbst getexteten und komponierten Pfalz- und Weinlieder steht in diesem Jahr im Mittelpunkt zahlreicher posthumer Ehrungen in seiner Heimatstadt Bad Dürkheim und der Gemeinde Leistadt, denn am 19. Juli wäre Kurt Dehn 100 Jahre alt geworden. „Es wird bei vielen Veranstaltungen jeder Art auch ein Gedenken an Kurt Dehn geben“, ist sich Leistadts Ortsvorsteher Axel Günther sicher.

„Chako“ Habekost moderiert

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Höhepunkt der Dehn-Ehrenrunde, die mit einem Medley der Stadtkapelle beim Neujahrsempfang von Bürgermeister Christoph Glogger begann und beim „Dürkheimer Advent“ im Dezember zu Ende geht, wird am 18./19. Juli im Rahmen des „Limburg-Sommers“ ein zweitägiges Dehn-Memorial in der Klosterruine sein, das Comedian Christian „Chako“ Habekost moderiert. Dazu reist eigens eine Band aus Pennsylvanien/USA an. „Kurt Dehn hat noch viele Fans auch in den USA, wo er bei einer Gastspielreise große Erfolge feierte,“ weiß Dürkheims Kulturchef Christian Handrich.

Mit dabei sein wird seine Tochter Gabriele, die nach mehrjährigem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten in ihre pfälzische Heimat zurückgekehrt ist und in Bad Dürkheim wohnt. Sie wird bei der Eröffnung einer Dehn-Sonderausstellung im Dürkheimer Museum Ehrengast sein, die vom 28. Juni bis – so Handrich – „über den 100. Geburtstag von Dehn am 19. Juli hinaus“ dauern wird. Wenn der Dürkheimer Stadtrat sein Ja-Wort gibt, wird auf Anregung der Leistadter Ortsbeiräte in der ersten Juli-Woche der Kerweplatz in „Kurt-Dehn-Platz“ umbenannt – eine Tafel an seinem Vaterhaus erinnert auf jeden Fall an ihn.

Die zum Teil mehr als 60 Jahre alten Pfalzlieder des einstigen Regierungsangestellten Kurt Dehn sind noch heute Ohrwürmer und bei vielen Kirchweihen und Volksfesten entlang der Deutschen Weinstraße zu hören. Immerhin brachte Dehn zwölf Langspielplatten mit mehr als 50 Pfalzliedern auf den Markt – sie wurden über eine halbe Million mal verkauft. „Dass ich aus de Palz bin, des heert ma doch glei“, „Ja, so en gude Palzwoi“ oder „Wann in dem große Himmel bloß e klääni Werdschaft wer“ – solche eingängigen Titel haben die schnelllebige Zeit um die Jahrtausendwende mit anderem Musikgeschmack überdauert.

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Die Sängerlaufbahn von Dehn begann nicht in der Pfalz, sondern in Heidelberg, wo er 1950 einen Sänger-Wettstreit gewann. Der damalige Moderator Peter Frankenfeld staunte: „Diesen Dehn, den müssen wir uns merken.“ Als er 1990 seine Laufbahn als Sänger beendete und seine Gitarre aus der Hand legte („Die Finger wollen nicht mehr so richtig“), startete er eine zweite Karriere – als Mundartdichter. Vier Bücher mit seinen Dialekt-Gedichten brachte er auf den Markt.

Freie Autorenschaft Humanistisches Gymnasium Ludwigshafen Volontariat bei der "Rheinpfalz" Vier Jahre lang dpa - zuletzt Landesdienst-Leiter lrs Freier Mitarbeiter: dpa, MM, Abendpost/Nachtausgabe, BILD, Süddeutscher Rundfunk, Allgemeine Zeitung Mainz, Wormser Zeitung, Rhein-Neckar-Zeitung, Redaktionsleiter im TV-Pilotprojekt Ludwigshafen/Vorderpfalz, Regionale TV-Sender "Tele-Pfalz" und "Pfalz-aktuell" (Moderator)