Demo - Landwirte protestieren gegen Insektenschutzgesetz „Verlierer sind auch die Verbraucher“

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lrs/sin
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Neustadt/Mainz. Bei Protestfahrten mit Hunderten Traktoren haben Landwirte in Rheinland-Pfalz am Dienstag gegen das geplante Insektenschutzgesetz des Bundes demonstriert. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), Eberhard Hartelt, sprach von insgesamt mehr als 1000 Fahrzeugen an mehreren Orten des Bundeslandes. Der Protest richtet sich gegen das geplante Gesetz zum Insektenschutz und Einsatz von Chemie auf dem Acker, das an diesem Mittwoch im Kabinett in Berlin beschlossen werden soll.

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Bauernpräsident Hartelt kritisiert die von der Bundesregierung geplante Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz und betont, dass sein Berufsstand zum Insektenschutz steht und mit großer Bereitschaft viele Maßnahmen umsetzt. Die Entwürfe würden all dies gefährden. Verlierer seien am Ende auch die Verbraucher, die auf regional erzeugte Produkte verzichten müssten. „Es macht wenig Sinn, viel zu verbieten und dann viel aus dem Ausland einzuführen, das nicht überprüfbar ist“, so Hartelt in Alzey.

In Neustadt hat die Polizei 300 Traktoren begleitet. © dpa

In Neustadt meldete die Polizei eine friedliche Demonstration mit etwa 300 Traktoren, die am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Mußbach begann und über die B 38 und B 39 rollte. Eine zentrale Kundgebung war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Organisiert hatte den Protest neben dem BWV auch der Verband Land schafft Verbindung (LSV). Sprecher Jan Ruzycki nannte die Aktion eine der größten Demonstrationen, die der Verband je organisiert habe. „Viele Landwirte haben alles losgeschickt, was Räder hat. Das zeigt den Ernst der Lage“, sagte Ruzycki. lrs/sin