Entscheidung des Monats - Amtsgericht Frankenthal weist Anfechtungsantrag eines Pfälzers ab / Kind lebt seit seiner Geburt mit dem neuen Partner der Mutter zusammen Soziale Bindung steht über biologischer Vaterschaft

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Simone Jakob
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Eine Vaterschaftsanfechtung wurde vor Gericht in Frankenthal verhandelt. © dpa

Frankenthal. Ein Kind und zwei Väter – eine Konstellation, die häufig zu einem Gerichtsverfahren führt. Im konkreten Fall hat sich das Amtsgericht Frankenthal mit dem Schicksal eines 2017 geborenen Kindes befasst und die Klage eines biologischen Vaters gegen den neuen Mann seiner ehemaligen Partnerin abgewiesen.

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So hatte der biologische Vater, der schon bei der Geburt des Kindes nicht mehr mit der Mutter zusammen war, den Rechtsstreit angestoßen. Nach Angaben des Gerichts wollte der Mann die Vaterschaft des neuen Partners anfechten.

Dieser habe am Tag der Geburt – mit der Zustimmung der Mutter – vor dem Standesamt Frankenthal die Anerkennung der Vaterschaft für das Kind erklärt. Damit sei der Mann zum rechtlichen Vater im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches geworden. Zwei Jahre später heiratete das Paar und die kleine Familie lebte in einer häuslichen Gemeinschaft zusammen.

Wer trägt die Verantwortung?

Der biologische Vater wollte nun die rechtliche Vaterschaft seines Nachfolgers vor dem Amtsgericht anfechten. Dies ist nach Gerichtsangaben aber nur dann möglich, wenn keine sozial-familiäre Beziehung zwischen dem Kind und dem rechtlichen Vater besteht. Von einer solchen Bindung könne dann ausgegangen werden, wenn der rechtliche Vater für das Kind tatsächlich die Verantwortung trage. Dies sei hier zu vermuten, weil der neue Partner der Mutter mit dieser verheiratet sei. Das Gegenteil habe der biologische Vater – der die Beweislast trägt – nicht nachweisen können.

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Generell stellt der Gesetzgeber den Angaben zufolge den bestehenden Familienverband vor das Interesse des leiblichen Vaters.

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