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Mannheim

Schnelle Hilfe durch kleine Boote

Von 
Peter W. Ragge
Lesedauer: 
Feuerwehrleute mit dem Container mit den Booten. © Thomas Tröster

Mannheim. Die Mannheimer Feuerwehr hat bereits 1998 eine besondere Einheit aufgestellt, um für Hochwasser besser gewappnet zu sein: die Bootsgruppe. Zugeordnet wurde sie der Freiwilligen Feuerwehr des Stadtteils Feudenheim – so wie ja fast alle Abteilungen neben dem regulären Brandschutz noch Spezialaufgaben zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr übernehmen.

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Angeschafft hat die Feuerwehr dazu acht kleine, sehr flache Schnelleinsatzboote mit Außenbordmotor – bestens geeignet für Notfälle in fließenden oder ruhenden, auch sehr flachen Gewässern, also im Hafen, auf Rhein und Neckar oder Seen ebenso wie auf überschwemmten Bereichen. Sie sind mit Zubehör in einem Container, „Abrollbehälter Boot (AB Boot)“ genannt, verladen. Im Notfall muss er nur auf die Pritsche eines Wechselladerfahrzeugs gehoben und dann vor Ort abgesetzt werden – was sehr schnell geht. Die Boote werden von bis zu drei Feuerwehrleuten besetzt und können weitere Personen, die gerettet oder evakuiert werden müssen, aufnehmen.

Alle Mitglieder der Bootsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Feudenheim sind einerseits ausgebildete Feuerwehrleute, verfügen aber zudem über den Sportbootführerschein-Binnen und den Feuerwehr-Bootsführerschein. „Normalerweise haben 60 Prozent der über 50 Mitglieder unserer Abteilung die Bootsausbildung, aber da wir wegen der Corona-Pandemie nicht schulen konnten, sind wir auf 60 Prozent abgerutscht – da wir ja immer wieder neue, junge Mitglieder bekommen“, berichtet Marco Lohrig, früher selbst Leiter der Bootsgruppe und seit 2019 Kommandant der Abteilung. Vor der Pandemie gab es aber regelmäßige Übungen, entweder der Bootsgruppe allein oder zusammen mit der Berufsfeuerwehr, etwa den Tauchern.

Im Luisenpark im Einsatz

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Bei einem Hochwasser zum Einsatz kam die speziell geschulte Truppe indes noch nie. In Mannheim half sie nur mal 2009 im Luisenpark, als die Gondoletta stillstand und deren Passagiere über den Kutzerweiher aus den gelben Kunststoffbooten geholt werden mussten. Die Bootsgruppe bildet mit weiteren Ehrenamtlichen der Abteilungen Nord und Wallstadt den Hochwasserzug Mannheim – ausgerüstet mit Pumpen und vielem mehr, was in solch einem Fall erforderlich ist. Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz wurde dieser Zug, insgesamt 22 Leute, alarmiert und er rückte nachts Richtung Trier ab, aber die Männer und Frauen konnten nur bei den Aufräumungsarbeiten helfen. Die Boote kamen nicht zum Einsatz, denn die Menschenrettung in dem Abschnitt war bereits abgeschlossen.

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