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Handwerk

Rohstoffpreise im Handwerk schießen in die Höhe

Von 
jpp
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Rhein-Neckar. Handwerker in der Region haben es aktuell schwer, ihre Aufträge abzuarbeiten. Ihnen fehlt der Rohstoff, was auch die Preise in die Höhe treibt. Dazu kommen lange Lieferzeiten, berichtet die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Deshalb erreichen diese immer öfter Hilferufe aus dem Handwerk der Region.

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Nach Ermittlungen des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden stiegen die Preise für Konstruktionsvollholz allein im Mai um über 80 Prozent zum Vorjahresmonat, für Betonstahl in Stäben um 44 Prozent.

„Schon seit Jahresbeginn spüren unsere Bau- und Ausbaubetriebe extremen Preisdruck und Lieferprobleme. Lieferanten verlangen teilweise Tages- oder Wochenpreise, was eine solide Kalkulation kaum möglich macht und auch auf Kundenseite nicht akzeptiert wird“, erläutert Klaus Hofmann, Präsident der Handwerkskammer in Mannheim. „Mittlerweise kommt es immer häufiger zu Verzögerungen bei laufenden Projekten oder sogar zu Auftragsstornierungen. Uns wurde berichtet, dass einige Betriebe wegen des Materialmangels bereits Kurzarbeit anmelden mussten – eine absurde Situation angesichts voller Auftragsbücher“, berichtet er weiter.

Hofmann verweist darauf, dass in anderen Bundesländern zwischenzeitlich Landesregierungen sogenannte „Materialgipfel“ mit der Bauwirtschaft einberufen hätten. Er plädiere dafür, einen „Runden Tisch“ zwischen Landesregierung und Handwerk einzuberufen, um kurzfristige Maßnahmen abzustimmen.

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Bei einer aktuellen Blitzumfrage unter Fachverbänden, die von der Handwerskammer durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass besonders Handwerksbetriebe von den Engpässen bei- Holz und Holzprodukten betroffen seien. Zudem gäbe es Engpässe bei Metallen und Metallprodukten (etwa Alu, Stahl, Kupfer), bei Kunststoff (z.B. Dämmmaterial, Bodenbeläge), bei chemischen Produkten (etwa Farbe, Lacke und Putze) sowie bei elektrischen Bauteilen und Chips.

Hofmann sieht ernste betriebswirtschaftliche Konsequenzen bei den Handwerksbetrieben. Gleichzeitig aber werden auch politisch und gesellschaftlich wichtige Ziele blockiert. „Bezahlbares Bauen und Wohnen oder energetische Sanierung sind zwei wichtige Stichworte, die wegen des Materialmangels gefährdet sind“, betont Hofmann. Die Lage sei nicht nur für die am stärksten betroffenen Bau- und Ausbaugewerke dramatisch, sondern für unsere Wirtschaft insgesamt. „Denn genau diese Gewerke waren der Konjunkturstabilisator während der Pandemie. Sollte sich dieser Konjunkturanker lösen, dann dürften nicht nur die Bau- und Ausbaugewerke in schweres Wasser geraten, sondern ist der gesamte wirtschaftliche Aufholprozess im 2. Halbjahr gefährdet“, mahnt Hofmann abschließend.

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