Umwelt - Pegel fallen in dieser Woche nur leicht / Tiere durch unachtsame Spaziergänger weiter im „Mega-Stress“ Rhein und Neckar bleiben konstant hoch

Von 
Bernhard Zinke
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Der Rhein – wie hier in Speyer – wird auch in den kommenden Tagen Hochwasser führen. © Klaus Venus

Rhein-Neckar. Die erste große Welle ist durch. Am Montagmittag ist der Scheitel des Rhein-Hochwassers an Mannheim und Ludwigshafen vorbeigeschwappt. Der Pegel stieg auf 7,23 Meter – und blieb damit unter der Hochwassermarke 2, die in Mannheim bei 7,60 Meter liegt. Wenn der Pegel darüber steigt, wird die Schifffahrt gesperrt. Weiter südlich, von Iffezheim bis Speyer, ist der Rhein allerdings für die Schiffe derzeit dicht. Und das dürfte die ganze Woche so bleiben. Der Rheinpegel bleibt nämlich auf einem konstant hohen Niveau.

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Der Neckar ist aktuell bei Heidelberg bereits auf einen Pegelstand von knapp über 2,5 Meter gesunken. Seit Montag fahren auch wieder die Schiffe. Der Fluss soll aber laut Prognose am Donnerstag nochmals die 3-Meter-Marke übersteigen. Für die Heidelberger Altstadt ist das kein Problem. Wenn die Sandsäcke wie aktuell gestapelt sind, bleibt die B 37 an der Alten Brücke bis 3,85 Meter trocken, sagt Tiefbauamtsleiter Klaus-Peter Hofbauer.

Die Plus-Grade sorgen weiter für eine anhaltende Schneeschmelze und damit für permanenten Wasserzufluss in den Rhein. Laut den Prognosen wird der Pegel bei Maxau bis zum Wochenende über der dortigen Hochwassermarke 2 von 7,50 Meter bleiben. Bei Worms kratzt der Rhein dagegen noch nicht einmal an der 6,50-Meter-Marke. Die Schifffahrt von Mannheim-Sandhofen bis Gernsheim ist demnach möglich.

Gefahr durch treibende Äste

Rein physikalisch sei das Hochwasser kein Problem für die Schifffahrt, sagt Benjamin Sinaba, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Oberrhein. Allerdings sei die sogenannte „Leichtigkeit und Sicherheit des Schiffsverkehrs“ dann nicht mehr möglich, wenn aus den Zuflüssen zum Rhein zuviel Treibgut in der Fahrrinne unterwegs ist. Äste und Baumstämme könnten zu Schäden an den Frachtern führen, wenn sie mit ihnen kollidieren. Außerdem könne der Wellenschlag die Uferbefestigung beschädigen.

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Unterdessen sorgt ein Video aus Lampertheim für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Darin ist eine Rotte Wildschweine zu sehen, die zwischen Spaziergängern über den Damm rennen und dann verzweifelt versuchen, durch einen Zaun aufs Gelände der Biedensandbäder zu stoßen. Tierschützer appellieren erneut dringend, nicht auf gesperrten Wegen zu laufen. Damit trieben sie – wenn auch unbeabsichtigt – Wildtiere in die Enge. Gerade erst am Sonntag war Berufstierretter Michael Sehr zweimal unterwegs, um Rehe aus dem Wasser zu holen. Die Rehe waren nicht mehr auffindbar – „möglicherweise ertrunken“, so Sehr. Dafür entdeckte er einmal mehr einen Spaziergänger, der auf dem Deich in Worms seinen Hund frei laufen ließ. „Die Tiere haben dadurch einen Mega-Stress.“ Bei Hochwasser sorgten unachtsame Spaziergänger für eine tödliche Gefahr.

Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region