Rheinland-Pfalz Razzia bei mutmaßlichen IS-Unterstützern auch in Ludwigshafen

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pol/dls/dpa
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Symbolbild © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mainz. Ermittler haben am frühen Dienstagmorgen sieben Wohnobjekte in Ludwigshafen, Kaiserslautern, Trier und Germersheim durchsucht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Gegen sieben Männer und eine Frau im Alter von 22 bis 58 Jahren besteht der Verdacht, dass diese zwischen 2016 und 2017 Bargeld über Geldtransferdienstleister an "Finanzagenten" des sogenannten Islamischen Staates im Ausland überwiesen haben. Es sei anzunehmen, dass diese Gelder zur Finanzierung des bewaffneten Kampfes der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" im Rahmen des syrischen und irakischen Bürgerkrieges dienten. 

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In Ludwigshafen sei ein Wohnobjekt durchsucht worden, teilte Jürgen Brauer von der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage mit. Es werde gegen zwei Verdächtige in der Chemiestadt ermittelt. In Germersheim seien vier Objekte durchsucht worden, vier Personen stünden unter Verdacht. In Kaiserslautern und Trier richte sich der Verdacht gegen jeweils eine Person. Bei den überwiesenen Geldmengen handele es sich jeweils um Beträge in dreistelliger Höhe. "Das ist ein weltweites Phänomen", sagte der Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer. Die mutmaßlichen Einzelzahlungen seien niedrig gewesen - aber in der globalen Gesamtsumme komme viel zusammen. Die Verdächtigen stammten vorwiegend aus Syrien. Festgenommen wurde vorerst niemand.   

Zahlreiche Beweismittel seien sichergestellt worden, darunter digitale Asservate und auch geringe Mengen Haschisch. Bei digitalen Aservaten handelt es sich nach Angaben von Brauer um Speichermedien aller Art, also Smartphones, Tablets und weitere. Die Durchsuchungen des Landeskriminalamts (LKA) Rheinland-Pfalz fanden im Auftrag der Landeszentralstelle zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus Rheinland-Pfalz bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz statt. Unterstützt wurde das LKA von Beamten der Polizeipräsidien Rheinpfalz, Westpfalz und Trier. Den Durchsuchungen am Dienstag seien mehrmonatige Ermittlungen vorausgegangen.

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