Großeinsatz - Produktionshalle der Ladenburger Kunststoff-Fabrik RTP wird von Feuer zerstört Passanten flüchten vor Flammen und Rauch

Von 
Peter Jaschke
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Ladenburg. Die tiefschwarze Rauchwolke ist nach Schätzung der Polizei rund 500 Meter hoch und stundenlang weithin sichtbar. Die Ursache: ein Großbrand auf dem Werksgelände des Kunststoffveredlers RTP in Ladenburg. Ausgehend von einer Maschine greift das Feuer am Dienstagvormittag kurz vor elf Uhr auf das Dach eines Produktionsgebäudes an der Wallstadter Straße über. Es sind Explosionsgeräusche zu hören. Erschrocken suchen Kunden eines Discounters in unmittelbarer Nachbarschaft sowie Passanten mit Kindern an der Hand oder auf dem Rad das Weite. Die in der Nachbarschaft stationierte Freiwillige Feuerwehr Ladenburg unternimmt sofort den ersten Löschangriff. Die Truppe um Einsatzleiter Udo Dentz (Kreisbrandmeister), Kommandant Harald Lange und Pascal Löffelhardt kennt das Gelände unter anderem von einer Großübung her. Immer mehr Einsatzkräfte aus der gesamten Umgebung, unter anderem auch aus Leimen und Walldorf, sowie die Werksfeuerwehr Freudenberg eilen herbei. Insgesamt sind es 150 Einsatzkräfte. Mit Drehleiter-Fahrzeugen versuchen sie, die Flammen von oben zu löschen. Vom Parkplatz des benachbarten Supermarkts aus wirken die Männer ganz oben auf der Drehleiter vor dem Hintergrund der riesigen Rauchsäule fast verloren. Immer wieder lodern Flammen aus dem Gebäude bis weit übers Dach auf. Brandexperten gehen von einer Einsatzdauer bis in die späten Abendstunden aus.

Feuerwehrmänner versuchen auf einer riesigen Leiter die Flammen von oben zu bekämpfen. © dpa
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Die gute Nachricht: Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll niemand verletzt worden sein. Ein Teil der 13 Mitarbeiter, die sich laut Polizei bei Ausbruch des Feuers im Gebäude befunden hatten, sitzt vor dem benachbarten Discounter. Der Schrecken steht ihnen noch in ihre rußgeschwärzten Gesichter geschrieben.

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Hersteller von Kunststoffgranulat

Andere Mitarbeiter befinden sich in Behandlung von Sanitätern. „Sie sind nicht schwer verletzt, sondern werden überprüft, ob sie Rauchgas eingeatmet haben“, sagt der Polizeisprecher vor Ort. In dem brennenden Gebäude werde kein Mitarbeiter vermisst. In den ehemaligen Produktionsräumen von Benz & Söhne sowie BBC York wird Kunststoffgranulat für Automobilindustrie, Medizintechnik und Lego-Bausteine hergestellt.

Katastrophenwarn-Apps und die Stadt Ladenburg rufen die Bevölkerung auf allen Kanälen auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In der Stadt und in benachbarten Gemeinden gibt es entsprechende Lautsprecherdurchsagen. Das betroffene Werksgelände wird evakuiert. Auch die Mitarbeiter auf dem angrenzenden ABB-Areal müssen ihre Arbeitsplätze verlassen. Das Gebiet wird von der Polizei abgesperrt. Dennoch sind auf dem Gehweg entlang der Wallstadter Straße viele Schaulustige zu sehen, die mit Handys Aufnahmen machen.

Explosionen zu hören

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Brandschützer führen Schadstoffmessungen durch. Nach Auskunft von Kreisbrandmeister Dentz ergibt am frühen Nachmittag eine erste Auswertung der Messungen zwar eine Geruchsbelästigung, doch sollen die Werte zu diesem Zeitpunkt „nicht im gesundheitsgefährdenden Bereich“ gelegen haben.

„Es kam wohl während des Brandes auch zu Explosionen“, bestätigt der Polizeisprecher vor Ort die Geräusche, die viele mehrfach gehört haben. Es bedürfe der Überprüfung, was explodiert sein könnte oder ob es sich um Verpuffungen aufgrund des Brandgeschehens handele, so der Polizeisprecher. Der Sachschaden könne bislang nicht beziffert werden.

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Freie Autorenschaft Peter Jaschke ist von Haus aus Diplom-Geograf (Universität Mannheim) und Landschaftsgärtner. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband, freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr. Er ist einer der Ko-Autoren der Stadtchronik "Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte" und schreibt u.a. für ein Fachmagazin.