Verkehrsbilanz 2020 - Polizeipräsidium Rheinpfalz meldet für Zuständigkeitsbereich Rückgang um fast 15 Prozent / Acht Tote weniger als 2019 Pandemie senkt Unfallzahl deutlich

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Julian Eistetter
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Im Jahr 2020 ein selteneres Bild: Im August kommt dieser Wagen bei Neustadt von der Straße ab und landet im Wingert. © Polizei

Rhein-Neckar. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Rheinpfalz ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Wie aus einer Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht, registrierten die Beamten in der Vorder- und Südpfalz insgesamt 27 164 Unfälle. Zum Vergleich: 2019 waren es 31 905 Kollisionen. Das bedeutet einen Rückgang um 14,9 Prozent. „Die Corona-bedingten Einschränkungen haben sich auch auf den Straßenverkehr ausgewirkt, insbesondere Homeoffice und Homeschooling dürften die Teilnahme am Straßenverkehr im vergangenen Jahr deutlich reduziert haben“, schlussfolgert die Polizei.

Klarer Anstieg bei Pedelecs

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Wie bei den Unfällen selbst, sank auch die Zahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer – um 8,9 Prozent auf 3882. 25 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen getötet, acht weniger als im Jahr 2019. Die Zahl der Unfälle mit Lkw sank um 11,2 Prozent auf 3082.

Entgegen dem allgemeinen Trend stieg die Zahl der Unfälle mit Pedelecs 2020 deutlich an. 207 Fälle stehen hier 145 aus dem Jahr 2019 gegenüber. „Dies entspricht einem Anstieg von 42,8 Prozent“, teilt das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit. Während deutlich mehr Pedelec-Fahrer leicht oder schwer verletzt wurden, blieb die Zahl der Todesfälle mit zwei Verstorbenen konstant. „Das aufgrund der Corona-Pandemie geänderte Freizeitverhalten dürfte in diesem Bereich Auswirkungen auf die Unfallbilanz haben“, vermuten die Beamten.

Einen Anstieg verzeichnen die Ermittler auch bei Unfällen mit unter Drogeneinfluss stehenden Beteiligten. Wurden in diesem Bereich 2019 noch 91 Fälle aufgenommen, waren es 2020 insgesamt 110. Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss sank gleichzeitig um 39 auf 476.

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Hauptunfallursache ist wie in den Vorjahren zu geringer Abstand (8466 Fälle), gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit (2364) und Vorfahrtsmissachtung (1994). Während bei Abstand und Vorfahrt entsprechend dem allgemeinen Trend ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, entsprach die Zahl der Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit fast dem Vorjahresniveau.

Nach Angaben von Jens Völlinger, Leiter des Sachgebiets Verkehr beim Polizeipräsidium Rheinpfalz, hat sich die Entwicklung im Laufe des Jahres abgezeichnet. „Wir betreiben ein permanentes Controlling, deshalb war mit dem deutlichen Rückgang zu rechnen“, sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion.

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Auch die Zunahme bei den Pedelec-Unfällen sei keine Überraschung. „Man hat im vergangenen Jahr ja viel von dem Umsatzrekorden bei den Fahrradhändlern gehört. Es ist klar, dass sich das dann auch in den Unfallzahlen niederschlägt“, sagt er.

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Die weitere Entwicklung auf den Straßen in der Vorder- und Südpfalz sei auch abhängig von den politischen Corona-Entscheidungen. „Wenn die Bedingungen so bleiben wie aktuell, ist mit einem ähnlichen Verlauf wie 2020 zu rechnen. Wenn der Lockdown aber bald beendet wird, könnte der Verkehr auch wieder deutlich zunehmen.“

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Redaktion Reporter Region, Koordinator Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur

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