Prozess - Nach Schlägen mit Gummihammer am Neujahrsabend steht 53-jähriger Brühler vor Gericht Mutter mit Gummihammer geschlagen: 53-Jähriger kann sich kaum erinnern

Von 
Volker Widdrat
Lesedauer: 
(Symbolbild) © dpa

Mit einem Gummihammer soll ein 53-jähriger Mann aus Brühl am Neujahrsabend dieses Jahres auf seine 81-jährige Mutter eingeschlagen haben: Seit Mittwoch sieht er sich unter anderem mit diesem Vorwurf der Strafkammer des Mannheimer Landgerichts konfrontiert. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag beziehungsweise schwere Körperverletzung.

AdUnit urban-intext1

In erheblich alkoholisiertem Zustand, so die Anklageschrift, sei er mit seiner Mutter in der gemeinsamen Wohnung in Brühl in Streit geraten. Im Verlauf soll er die 81-Jährige die Treppe runtergeschleift und mehrfach mit Fäusten und einem Gummihammer auf sie eingeschlagen haben. Die Frau hatte neben Hämatomen unter anderem eine Gesichtsfraktur davongetragen. Die Kammer muss auch prüfen, ob der Angeklagte im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt hat.

Der 53-Jährige räumte die Tat ein. Er habe eine „ganz normale Kindheit“ mit seinen drei Geschwistern und den Eltern erlebt. Als Jugendlicher sei er aber immer öfter mit Alkohol in Berührung gekommen. Zeitweise habe er im Freundeskreis auch „Komasaufen praktiziert“.

Früh aus dem Job ausgeschieden

Vor allem in den vergangenen Jahren sei Alkohol zum „ständigen Helfer und Lebensbegleiter“ geworden, räumte der studierte Betriebswirt ein, der nach dem Tod des Vaters aus eigenem Entschluss aus dem Arbeitsleben ausgeschieden war. Er habe sich seither vor allem um seine Mutter gekümmert. An den Tatabend habe er keine Erinnerung mehr. Wie es zu dem Streit und der Auseinandersetzung gekommen sei, könne er sich nicht erklären. Er soll die 81-Jährige an diesem Abend unter anderem als „Stasi-Schlampe“ beschimpft haben. Nach den Schlägen mit dem Gummihammer hatte der 53-Jährige über ein Taxiunternehmen die Polizei rufen lassen. Den Beamten hatte er mitgeteilt, dass er seine Mutter „im Streit erschlagen“ habe. Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung hatte er dann gesagt, er sei „nicht glücklich, dass meine Mutter überlebt hat“.

AdUnit urban-intext2

Für das Verfahren vor dem Schwurgericht unter dem Vorsitzenden Richter Gerd Rackwitz sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Am Montag, 12. August, geht’s weiter.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.