Haßlocher Holiday Park bereitet Öffnung am 10. Juni vor – Mitbewerber dürfen bereits am 30. Mai Gäste begrüßen   Mundschutz in der Achterbahn?

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Simone Jakob
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Der Haßlocher Holiday Park darf seine Pforten erst nach den Pfingstferien in Baden-Württemberg öffnen. © dpa

Haßloch. Hinter den geschlossenen Pforten des Haßlocher Holiday Parks herrscht Betriebsamkeit. „Immerhin haben wir jetzt eine Perspektive, wenn wir uns auch gewünscht hätten, gleichzeitig mit unseren Mitbewerbern zu öffnen“, sagt Verwaltungsleiter Bernd Beitz im Gespräch mit dieser Redaktion. Tatsächlich ist es für die rheinland-pfälzischen Freizeitparks bitter, dass sie erst am 10. Juni öffnen dürfen, während die Einrichtungen in Baden-Württemberg bereits am 30. Mai die ersten Gäste begrüßen werden.

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Damit zerschlagen sich die Hoffnungen, mit dem Pfingstgeschäft zumindest einen Teil der entgangenen Umsätze wettzumachen. Kurios ist die Situation für die „Sea Life“-Aquarien, die in mehreren Bundesländern vertreten sind. Während die Speyerer Unterwasserwelt noch vier Wochen dicht ist, durfte die Konstanzer Dependance bereits am vergangenen Mittwoch wieder öffnen. Tickets für den Schließungszeitraum behalten automatisch ihre Gültigkeit bis 31. Dezember 2020, wie die Speyerer Unterwasserwelt mitteilt.

Im Haßlocher Holiday Park haben Beitz und sein Team schon jetzt ein 120 Seite starkes Handbuch für die Mitarbeiter erstellt, das sich an den bereits bekannten Corona-Auflagen orientiert: „Sicherheits- und Hygienemaßnahmen werden sich ähnlich wie im Einzelhandel, der Gastronomie und anderen öffentlichen Bereichen gestalten“, ist Beitz überzeugt. Im Detail werde die Parkleitung alle Vorgaben mit dem Gesundheitsamt des Kreises Bad Dürkheim sowie anderen lokalen Behörden abstimmen.

Wieder Suche nach Aushilfen

„Unser Handbuch werden wir natürlich auch anpassen, sobald wir alle Vorgaben und Einschränkungen für Freizeitparks kennen.“ Diese wolle das Land in den kommenden Tagen veröffentlichen. Wann genau, sei ungewiss. „In Nordrhein-Westfalen ist die Information, wann aufgemacht werden darf schon eine Woche draußen, die Anordnungen fehlen aber immer noch.“

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Ein Großteil des Haßlocher Personals sei im Moment in Kurzarbeit. „Mitte März waren alle Stellen besetzt, weil wir viel Energie in die Mitarbeiterwerbung gesteckt hatten“, berichtet Beitz. Nun müsse man bei den bereits verpflichteten Aushilfskräften nachfragen, ob sie zur Wiedereröffnung an Bord sind oder bereits irgendwo anders arbeiten. „Wir werden uns einen neuen Pool aufbauen müssen. Möglicherweise brauchen wir auch mehr Personal.“ So gebe es im Park fast nur Selbstbedienungsrestaurants, die es ja wohl so nicht geben werde, da in der Gastronomie nur an Tischen bedient werden dürfe. „Wir zerbrechen uns natürlich auch den Kopf darüber, ob die Gäste mit Mundschutz Achterbahn fahren müssen, und wie man das Anstellen vor den große Fahrgeschäften wie der „GeForce“ hinbekommt. Normalerweise haben wir ja einen Zick-Zack-Kurs, aber da würden sich die Menschen zu nahe kommen.“

Zudem treiben Fragen nach der Datenerfassung den Verwaltungsleiter um. „Man könnte die Daten aufzeichnen, wenn ein Gast den Park betritt oder bei jedem Restaurant und jedem Fahrgeschäft. Das hat den Vorteil, dass man im Falle einer Infektion nicht alle Menschen informieren muss, die an diesem Tag im Park waren, sondern nur jene, die im selben Karussell oder Café waren.“

Schaden noch nicht bezifferbar

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Wie hoch der finanzielle Schaden schon jetzt ist, berechnet der Holiday-Park-Leiter bewusst nicht: „Das kann man auch gar nicht genau beziffern. Es gibt immer mal eine schlechte Vorsaison – zum Beispiel, wenn Ostern früh im Jahr ist und es viel Regen oder Schnee gibt. „Das kann man unter Umständen im Laufe der Saison nachholen“, sagt der Verwaltungsleiter des Parks, der seit 2010 zur belgischen Plopsa-Gruppe gehört. „Im Moment haben wir aber leider eine Gleichung mit vielen Unbekannten – wir wissen nicht, wie viele Menschen wir gleichzeitig in den Park lassen dürfen und wie viele überhaupt kommen möchten.“

Schulklassen fallen weg

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Normalerweise ist die Saison laut Beitz sehr genau planbar. „Wir haben ein gutes System und können recht genau vorhersagen, wie viele Besucher bei welchem Wetter zu uns kommen, wie voll die Restaurants zu welcher Tageszeit sind und wie sich die Ferien von normalen Tagen unterscheiden. Im Moment weiß ich nur definitiv, dass die Schulklassen-Ausflüge wegfallen und keine Ferienprogramm-Gruppen zu uns kommen“, rechnet er vor.

Nach einer kurzen Unterbrechung werde die Saisonvorbereitung derzeit mit Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie TÜV-Abnahmen in Haßloch fortgesetzt. „Außerdem haben wir zwei große Baustellen auf dem Gelände. Wir werden nämlich den Wikinger-Bereich für 17 Millionen Euro erweitern. Die Eröffnung sei für nächstes Jahr geplant.“

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