Defekt - Von der Petersau fließt Sonnenblumenöl in den Rhein Milchiger Film auf 20 Kilometer

Von 
Bernhard Zinke
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Frankenthal. Ein Leck an einem Vorratsbehälter oder an dessen Zuleitung ist dafür verantwortlich, dass am Freitag eine bislang noch unbekannte Menge von Sonnenblumenöl aus dem Intersnack-Werk Petersau in den Rhein geflossen ist. Der Konzern, der in dem Werk Kartoffelchips herstellt, gab am Montag nähere Erläuterungen zu dem Zwischenfall. Das Sonnenblumenöl werde zum Frittieren von Kartoffelchips verwendet und sei für Menschen und Tiere gesundheitlich unbedenklich sowie biologisch abbaubar, versicherte das Unternehmen. Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd als Aufsichtsbehörde geht davon aus, dass das Frittieröl emulgiert, sich also mit dem Rheinwasser verbindet und keine gravierenden Schäden an Flora und Fauna verursacht. Die Wasserschutzpolizei habe ebenfalls keine Schäden wie etwa ein Fischsterben oder ähnliches bemerkten können, bestätigte ein Beamter, der in die Untersuchung eingebunden ist.

Von der Petersau ist Sonnenblumenöl in den Rhein geflossen. © Bernhard Zinke

Geruch von Pommes Frites

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Auch wenn die Menge des ausgelaufenen Frittieröls nicht feststeht, so reichte sie doch, um auf der Oberfläche des Rheins in einer Länge von 20 Kilometern und einer Breite von 20 Metern einen milchigen Film zu bilden. Darüber schwebte am Freitag Abend ein intensiver Geruch von Pommes Frites.

Intersnack überprüfte nach eigenen Angaben alle weiteren Vorratsbehälter auf mögliche Leckagen, fand aber keine weiteren Defekte. Da das Öl über einen Kanal für Regenwasser in den Rhein gelangte, verlangte die SGD Süd schnellstmöglich die Säuberung des Kanals, damit der Regen der nächsten Tage keine weitere Verunreinigung bewirkt. Laut Intersnack ist dies bereits geschehen. bjz

Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region