Torun-Revision

Komplizin hofft auf mildere Strafe

Von 
Simone Jakob
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Symbolbild. © dpa

Frankenthal. Wegen der kaltblütigen Verschleppung und Ermordung von zwei Unternehmern aus Brühl und Mutterstadt sind zwei Männer und eine Frau vor beinahe drei Jahren zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Weil das Trio nach Einschätzung der Ersten Großen Strafkammer des Frankenthaler Landgerichts heimtückisch und zur Verdeckung einer Straftat gemordet hat, stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausschließt.

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Damit wollte sich die 46 Jahre alte dreifache Mutter nicht abfinden. Sie ließ über ihren Anwalt Revision beim Bundesgerichtshof einlegen und hatte Erfolg: Ob die türkisch-stämmige Frau aus Stuttgart tatsächlich mit der Ermordung des Mutterstadter Geschäftsmannes gerechnet hatte, muss nach Einschätzung der Karlsruher Richter genauer untersucht werden. Das tut seit September nun die Zweite Strafkammer um den Vorsitzenden Karsten Sauermilch, der am Donnerstag um 14 Uhr das Urteil verkünden wird.

Mannheimer Lagerhalle als Falle

Rückblick: Im November 2016 lockt die Angeklagte Yasemin T. unter einem Vorwand einen 64-jährigen Automatenaufsteller aus Brühl in eine dunkle Mannheimer Lagerhalle. Dort wollen ihre beiden Komplizen laut Urteil Geld von ihm erpressen. Als er sich weigert, erdrosseln die beiden den Mann. T. ist zu diesem Zeitpunkt schon wieder weg und wird wegen dieser Tat nicht belangt.

Im Dezember 2016 warnt die gelernte Frisörin ein potenzielles Opfer, das mit dem Leben davonkommt. Doch im Januar 2017 lockt sie nach der Einschätzung der Ersten Strafkammer den Immobilienunternehmer Ismail Torun in dieselbe Mannheimer Lagerhalle, wo er überwältigt wird. Nachdem er telefonisch bei seinen Verwandten und Freunden 975 000 Euro eingesammelt hat, wird er nach der Übergabe bei Bad Dürkheim erdrosselt.

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Yasemin T. sei darüber nicht informiert worden, aber sie habe damit gerechnet, heißt es im Urteil. Das hat die Komplizin im Revisionsprozess bestritten. Stattdessen gibt sich die Frau aus Stuttgart als kleine Helfershelferin, die lediglich von den Entführungen gewusst haben will und auf Geld aus war. sin

Redaktion schreibt als Reporterin über Themen aus der Metropolregion