Personalie - Pfälzischer Kirchenpräsident Christian Schad wird in Ruhestand verabschiedet / Ökumene als persönliches Anliegen „Kirche muss auf Menschen zugehen“

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epd
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Speyer. Der scheidende pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad hat an die evangelische Kirche appelliert, selbstbewusst ihre Glaubensüberzeugungen und Werte in die Gesellschaft einzubringen und missionarisch für sich zu werben. Als eine schrumpfende Glaubensgemeinschaft dürfe sie sich nicht in die „Nische der Gleichgesinnten“ zurückziehen, sondern müsse das Gespräch gerade auch mit kirchendistanzierten Menschen suchen, sagte Schad. Der 62-jährige in Ludwigshafen geborene Theologe geht am 1. März offiziell in den Ruhestand.

Festgottesdienst zum Abschied

Kirchenpräsident Christian Schad wird am Sonntag, 14. Februar, mit einem Festgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche verabschiedet.

Bei dem nichtöffentlichen, vom Südwestrundfunk (SWR) ab 14 Uhr im Video-Livestream übertragenen Gottesdienst wird auch die neue Kirchenpräsidentin, Oberkirchenrätin Dorothee Wüst, in ihr Amt eingeführt. Wüst tritt ihr Amt am 1. März an.

Der SWR-Livestream ist verfügbar unter https://www.youtube.com/user/evkirchepfalz und https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/index.html

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Entscheidend für die Zukunft der Kirche sei, dass sie in Zeiten des Traditionsabbruchs den Menschen ganz neue Formen des Zugangs ermögliche, sagte Schad zum Ende seiner mehr als zwölfjährigen Amtszeit an der Spitze der pfälzischen Landeskirche mit mehr als 482 000 Mitgliedern. Es sei wichtig, „dass wir nicht warten, bis die Menschen zu uns kommen“. Vielmehr müsse die Kirche auf jene Menschen zugehen, die nach tragfähigen Antworten für ihr Leben suchten. Dabei müsse „das Orientierungspotenzial des christlichen Glaubens deutlich und sichtbar“ profiliert werden.

Durch die digitale Transformation sei auch die Kirche herausgefordert, sagte Schad. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass Gewohnheiten wie der Kirchgang an Sonn- und Feiertagen, durch die Einschränkungen infrage gestellt worden seien. Dies könne zum Abbruch von Selbstverständlichkeiten führen. In der Advents- und Weihnachtszeit seien die Menschen aber dankbar sowohl für die Präsenzgottesdienste in den Kirchen als auch für Fernsehgottesdienste sowie für im Internet gestreamte Andachten ihrer Kirchengemeinden gewesen.

Auch als kleiner werdende Kirche bleibe der Auftrag, „die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk“. Die Kirche dürfe aber nicht mit dem „moralischen Zeigefinger“ kommen. Widerspruch sei nötig, wo Hass gesät und Ängste verstärkt würden.

Kooperationen entstehen

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Während seiner 30-jährigen Dienstzeit im Speyerer Landeskirchenrat als Referent, Oberkirchenrat und Kirchenpräsident habe er stets versucht, nahe vor Ort bei den Menschen zu sein, sagte Schad. Als Prediger und Seelsorger sei es sein Ziel gewesen, „auf Menschen zuzugehen, sich auf sie einzulassen und dabei den christlichen Glauben ins Gespräch zu bringen“.

Ein Arbeitsschwerpunkt sei der ökumenische Dialog mit den christlichen Kirchen gewesen, so Schad, der auch Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Im Prozess „Zusammen Wachsen“ zwischen Landeskirche und Bistum Speyer sollen nun Kooperationen vereinbart werden. epd