Mobilität - Stromtankstellen sucht der Autofahrer auf Parkplätzen zwischen Wiesloch/Rauenberg und dem Weinsberger Kreuz vergebens / Planungen zehn Jahre alt Keine E-Ladesäulen an sanierter A 6 eingeplant

Von 
Bernhard Zinke
Lesedauer: 

Rhein-Neckar. Der Verkehr fließt mittlerweile sechsspurig auf der A 6 zwischen Wiesloch/Rauenberg und dem Weinsberger Kreuz. Gut 18 Kilometer hat der private Autobahnbetreiber ViA6 West saniert und ist pünktlich damit fertig geworden. Allerdings: E-Ladesäulen für Elektromobilität gibt es auf keinem der neu angelegten Parkplätze. Wurde dies bei den Planungen vergessen?

Parkplätze mit Ladestationen für E-Autos gibt’s an der sanierten A 6 nicht. © dpa
AdUnit urban-intext1

Ein „Versäumnis“ will Unternehmenssprecher Michael Endres das nicht nennen. „Die Planfeststellung stammt aus dem Jahr 2010“, erläutert er. Da habe noch kaum jemand über E-Mobilität gesprochen. „Hätten wir damals den Auftrag vom Bund dazu bekommen, hätten wir’s auch gebaut“, erläutert er die Zwänge, die mit einem solchen öffentlichen Auftrag einhergehen.

Außerdem gebe es auf der Strecke durchaus E-Zapfsäulen - und zwar auf den Rasthöfen Kraichgau Süd und Nord bei Sinsheim. Dort habe die EnBW Säulen hingestellt. Und diese seien an dieser Stelle auch sinnvoll. Denn dort rasteten Verkehrsteilnehmer auch über einen Zeitraum, bei dem sich das Laden eines Elektroautos auch tatsächlich lohne. Eine Ladesäule dagegen auf einem kleinen Parkplatz aufzustellen, an dem es nur eine einfache Toilette gebe, sei wenig zielführend. Meist hielten die Autofahrer dort nur für einen kurzen Toilettengang. Die wenigsten verweilten dort eine Stunde und länger, also den Zeitraum, für den sich ein Laden der Batterien lohne. Zudem gebe es auch einen Autohof bei Bad Rappenau, wenige Hunter Meter von der Autobahn entfernt, an dem Tesla mehrere Ladestationen anbiete.

Zwei erheblich vergrößerte Parkplätze gibt es allerdings Bad Rappenau und Heilbronn/Untereisesheim mit Stellflächen für jeweils 33 Lkw und 52 Pkw. Dort könne sich vielleicht eine Ladestation lohnen, auch mit Blick auf mögliche Elektromobilität im künftigen Schwerlastverkehr. Wenn der Bund als Bauherr den Auftrag erteile, werde man dies natürlich umsetzen und die Infrastruktur schaffen. Auch ein Privatanbieter könne gerne seine Stromzapfsäulen hier aufbauen. Aber Endres sagt: „Deswegen angeklopft hat aber noch niemand.“

Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region