Spendensammlung nach Bluttat „John wollte in seiner Heimat beerdigt werden“

Von 
Simone Jakob
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Bad Bergzabern. Die unendliche Trauer um seinen Bruder zerreißt Chris Black beinahe. „Es war ein sinnloser und brutaler Tod“, sagt der Mann aus Gambia. Sein 39 Jahre alter Bruder John Emmanuel Mendy ist bei einem Messerangriff in einer Flüchtlingsunterkunft im südpfälzischen Bad Bergzabern ums Leben gekommen. „Vier Stiche haben ihn einfach so aus dem Leben gerissen. Es war eine grausame Tat, die sein drei Jahre alter Sohn mit ansehen musste“, erzählt Black die Geschichte, die hinter dem Verbrechen steckt. 

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Wie berichtet, hatte sich Mendy nach Polizeiangaben auf einem Balkon einer Mehrfamilienunterkunft mit anderen Bewohnern unterhalten, als ein 19-Jähriger aus Somalia dazukam und auf den Mann aus Gambia einstach. Nach Behördenangaben versuchte Mendy, sich zu wehren. Dabei stürzten beide Männer vom Balkon im ersten Stock. Als die Polizei das Haus erreichte, habe der 19-Jährige mit einer abgebrochenen Flasche in der Hand da gestanden und nicht auf die Beamten reagiert. Mithilfe eines elektronischen Tasers sei der Tatverdächtige festgenommen worden. John Emmanuel Mendy lag auf dem Boden. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Gambiers feststellen.

„Ein Bruder, Vater, Freund und vor allem ein liebevoller fröhlicher Mensch ist aus unserer Mitte gerissen worden“, sagt Chris Black tieftraurig. Weil es der größte Wunsch seines Bruders war, in seinem Heimatland Gambia beerdigt zu werden, sollte er auf der Flucht oder in Deutschland ums Leben kommen, hat Chris Black eine Solidaritätskampagne gestartet, um die Überführungskosten nach Westafrika zusammenzubekommen. „Ich möchte nur um etwas Mitgefühl für einen wundervollen Menschen bitten, dem ich seinen letzten Wunsch erfüllen möchte.“ Deshalb hat Black bei der weltweit größten gesellschaftlichen Online-Spendenplattform „GoFundMe“ eine Spendenaktion gestartet. „Niemand muss viel geben, jeder einzelne Cent ist wichtig und hilft uns, dem Ziel näher zu kommen“, betont Mendys Bruder, der in Ludwigsburg bei Stuttgart lebt. 

Die Kampagne schlägt große Wellen, so sind bis Mittwochnachmittag mehr als 10 000 Euro zusammengekommen. Unter den Unterstützern ist auch der deutsche Rapper Max Herre. Viele Freunde nehmen mit ihrer Spende und einem persönlichen Kommentar Abschied von John Emmanuel Mendy. „Ich kann es nicht fassen, dass mein Kindergartenfreund nicht mehr lebt. Er war ein so lebensfroher Mensch, der immer ein Lächeln auf den Lippen hatte und wir haben gerade noch telefoniert“, schreibt Dice Nyokeh.

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Info: www.gofundme.com/help-return-john-emmanuel-mendys-dead-body 
 

Redaktion schreibt als Reporterin über Themen aus der Metropolregion