Bistum Speyer Gesundheitliche Gründe: Speyerer Bischof Wiesemann nimmt Auszeit

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Stephan Alfter
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Macht eine Pause zur Erholung: Bischof Karl-Heinz Wiesemann. © Karl Hoffmann/Bistum Speyer

Speyer. Während der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Bistum Speyer muss der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann eine Auszeit ausgesundheitlichen Gründen nehmen. Wie der 60-Jährige zum Abschluss der digitalen Diözesanversammlung am Samstag mitteilte, sei er schon seit einiger Zeit gesundheitlich etwas angeschlagen. Wörtlich sagte er: "Die letzten Monate waren sehr kräftezehrend für mich. Ich bin immer wieder an die Grenzen meiner persönlichen Belastbarkeit gekommen. Ich bin ihr Bischof, doch ich habe wie alle Menschen meine persönlichen Stärken, Schwächen und auch Grenzen dessen, was ich ertragen kann."

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Während Bischof Wiesemann sich an einem ruhigen Ort außerhalb der Diözese erholen will, soll Generalvikar Andreas Sturm die Leitung des Bistums und Weihbischof Otto Georgens die bischöflichen Amtshandlungen übernehmen. Wiesemann bat die Versammlung, die beiden in den kommenden Wochen nach Kräften zu unterstützen. Niemand solle sich allzuviel Sorgen um ihn machen. Westfalen (Wiesemann stammt aus Herford) hätten ein robustes Naturell. Er spüre, dass er tief drinnen die Kraft habe, auch mit dieser Krise konstruktiv umzugehen. Er brauch nun etwas Zeit, die Quellen wieder freizulegen.

Das Bistum ist in den vergangenen Wochen und Monaten in verschiedener Hinsicht unter Druck geraten. Neben den Vorwürfen eines heute 63-jährigen Missbrauchsopfers, in einem Speyerer Kinderheim in den 60er und 70er Jahren hundertfach von dem hochrangigen Geistlichen Rudolf Motzenbäcker vergewaltigt worden zu sein, plagen die katholische Kirche zunehmen Geldsorgen. Bis zum Jahr 2023 muss das Bistum etwa 24 Millionen Euro einsparen. Das liegt vor allem an geringeren Einnahmen aus der Kirchensteuer, wie die Jahrespressekonferenz in der vergangenen Woche deutlich machte. Mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum soll sich eine eigene Kommission befassen, die sich im Frühjahr konstituieren soll.

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Redaktion Reporter in der Metropolregion Rhein-Neckar