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Klimaschutz - Rhein-Pfalz-Kreis startet Pilotprojekt in Limburgerhof / Häuser sollen bis Ende 2021 fertig sein und sind für Familien mit geringem Einkommen vorgesehen

Geothermie im sozialen Wohnungsbau

Von 
Simone Jakob
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Limburgerhof. Der Rhein-Pfalz-Kreis hat ein Projekt gestartet, das Klimaschutz und sozialen Wohnungsbau verbinden soll. Beim größten zusammenhängenden Standort des Kreiswohnungsverbandes in Limburgerhof soll mit den im Bau befindlichen 24 Wohneinheiten eine Neuheit entstehen: „Erdwärme im Zusammenhang mit einer Solarstrom-Anlage auf dem Dach des Neubaus wird künftig die Wohnungen umweltverträglich und kostengünstig mit Energie versorgen“, berichtet Landrat Clemens Körner.

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Auf der Baustelle in Limburgerhof starten die Bohrungen. © Rhein-Pfalz-Kreis

Bei diesem Projekt werde ausschließlich die relativ nah an der Oberfläche vorhandene Wärme des Bodens genutzt, weshalb man auch von „kalter Geothermie“ spreche. Wolle man Erdwärme aus größeren Tiefen nutzen, so seien Bohrungen von mehreren Hundert Metern erforderlich. Das Energiekonzept in den beiden Mehrfamilienhäusern im Mühlweg und in der Goethestraße haben laut Kreisverwaltung die Stadtwerke Schifferstadt (SWS) entwickelt, die bei diesem Projekt Kooperationspartner des Kreiswohnungsverbands sind.

Stationen für E-Autos geplant

„Durch diese Partnerschaft profitieren die Mieter und Mieterinnen bei hohem Komfort zudem langfristig von einem sehr günstigen Versorgungspreis und niedrigen Betriebskosten, da die Grundlast des Energiebedarfs abgedeckt sein wird. Sollte trotzdem zusätzlich Strom benötigt werden, liefern die Stadtwerke Schifferstadt Ökostrom aus erneuerbaren Energien“, erklärt ein SWS-Sprecher. „Bei den Geothermiebohrungen werden mehrere rund 100 Meter tief gehende Bohrungen mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern durchgeführt. In die mit Bitumen abgedichteten Bohrlöcher wird dann ein flüssiges Trägermedium eingeleitet, das die Temperatur im Erdinneren aufnimmt und die Neubauten CO2-neutral mit Erdwärme beheizt“, erklärt Volker Spindler, Geschäftsführer des Kreiswohnungsverbandes.

Diese Erdwärmenutzung ermögliche einen anderen angenehmen Effekt: So werde das Gebäude im Sommer dadurch ohne großen Aufwand auch gekühlt, da die Temperatur im Erdinneren in 100 Metern Tiefe bei rund 16 Grad Celsius gleichbleibend ist. Weiterhin sei geplant, die Wärmepumpe durch eine integrierte Solaranlage mit Energie zu versorgen, so dass die Anlage sehr energieeffizient arbeiten könne. „Auf den freien Dachflächen wird zudem eine Mieterstromanlage mit Speicher errichtet. Damit wird das Gebäude weitgehend energieautark. Das Konzept wird durch Ladestationen für E-Fahrzeuge ergänzt, die den selbst produzierten Strom ebenfalls nutzen“, berichtet Spindler. Die Wohnungen sollen bis Ende des Jahres 2021 bezugsfertig sein und an Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen vergeben werden. Die Vergabe startet nach Angaben der Kreisverwaltung, sobald die Bauarbeiten beendet sind.

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„Wir freuen uns, dass wir mit diesem Pilotprojekt eine moderne und zukunftsorientierte Energieversorgung umsetzen und unseren Mietern kostengünstig anbieten können. Ich danke allen Beteiligten, die dieses Pilotprojekt unterstützen und damit gleichzeitig den Klimaschutz hier bei uns ein Stück voranbringen“, so Körner.

Redaktion schreibt als Reporterin über Themen aus der Metropolregion

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