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Multimedia-Inszenierung

Evangelische Kirche feiert historischen Auftritt von Luther in Worms

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dpa/lrs
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Sophie Scholl auf der Fassade der Dreifaltigkeitskirche in Worms. © Bernhard Zinke

Worms. Mit einem Festgottesdienst in der Magnuskirche von Worms hat die Evangelische Kirche am Sonntag den historischen Auftritt von Martin Luther in der Stadt vor 500 Jahren gewürdigt. Der Reformator hatte sich am 18. April 1521 geweigert, seine Schriften vor dem Reichstag in Worms zu widerrufen. Luther sei sich seiner Sache gewiss, aber nicht sicher gewesen, sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung in dem vom Fernsehen übertragenen Gottesdienst. "Alle Menschen können irren. Das wusste Luther auch. Deshalb hat er gesagt, dass er widerruft, wenn er widerlegt wird."

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Lokales

„Der Luther-Moment“ – Eindrücke von der Multimedia-Schau in Worms

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Es sei gut, für seine Überzeugungen einzutreten. "Aber Achtung. Widerspruchsgeist ist kein Wert an sich. Es gibt Menschen, die standhaft widersprechen und auch sehr viel Unsinn vertreten", sagte Jung. "Zu behaupten, dass es keine Pandemie gibt und zu sagen, dass Corona nicht schlimmer ist als eine Grippe, das ist völlig unangemessen." Wer sich mit einem solchen Widerspruch auf Luther berufe, habe den Reformator nicht verstanden.

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"Der Luther-Moment" - Imposante Multimedia-Schau in Worms

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Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sprach sich für eine Stärkung der Ökumene aus. "Es ist ein starkes Zeichen, dass wir diesen Tag gemeinsam feiern, evangelische und katholische Christen. Es ist ein Zeichen für eine starke ökumenische Geschwisterlichkeit, die gewachsen ist." Kohlgraf war aus seinem Arbeitszimmer zugeschaltet. Wegen eines Corona-Falls in der Umgebung des Bischofs befinde sich dieser in häuslicher Quarantäne, hieß es. Der Gottesdienst wurde wegen der Pandemie ohne Besucherinnen und Besucher gehalten.

Zeitreise auf Fassade der Dreifaltigkeitskirche

Mit einer bildstarken Licht- und Musik-Inszenierung im Zentrum von Worms hat die Evangelische Kirche am Samstagabend den Auftritt Martin Luthers in der Stadt vor 500 Jahren gefeiert. Regisseur Parviz Mir-Ali projizierte etwa 30 Minuten lang eine Zeitreise auf die Fassade der Dreifaltigkeitskirche der Kommune am Rhein. Er erinnerte damit an die Weigerung des Reformers vom 18. April 1521, seine Schriften vor dem Reichstag in Worms zu widerrufen. Die ursprünglich vor Livepublikum geplante Aufführung "Der Luther-Moment" war pandemiebedingt nur im Fernsehen mitzuerleben.

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In der Mischung aus Computertechnik, Livemusik und Bühnenspektakel verkörperte der Schauspieler Isaak Dentler den Mönch Luther. Dessen Ankläger spielte - virtuell übergroß auf der Fassade - der Darsteller Rufus Beck. Die Multimedia-Inszenierung schlug auch einen Bogen zu anderen mutigen Menschen der Zeitgeschichte - etwa Sophie Scholl, Mahatma Gandhi und Martin Luther King. Mit rund 750 Quadratmetern Projektionsfläche werde die Dreifaltigkeitskirche zur größten Leinwand Deutschlands, warb die Evangelische Kirche für die Aufführung.

An diesem Sonntag (9.30 Uhr) strahlt das ZDF einen Festgottesdienst unter anderem mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung und dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf aus Worms aus. Er fasst das Thema Wagemut ins Auge - in Anspielung auf den Reformator.

In 95 Thesen verurteilte Luther den Ablasshandel der katholischen Kirche, sich von Sünden freikaufen zu können. Der Mönch lehnte es dann in Worms ab, von seinen Schriften abzurücken. Dabei werden ihm die berühmten Sätze "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders" zugeschrieben. Reformation und Kirchenspaltung nahmen ihren Lauf.

Info: "Der Luther-Moment - 500 Jahre Wormser Reichstag" in der Ard-Mediathek.

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