Pandemie - Kommunen bewerten Situation auf den Bewegungsplätzen unterschiedlich / Heidelberg und Ilvesheim seit November zu Corona-Verstöße: Sinsheim schließt „alla hopp!“-Anlage

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Simone Jakob
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Die Ilvesheimer „alla hopp!“-Anlage ist bereits seit dem Lockdown-Beginn im November geschlossen. © Torsten Gertkemper

Rhein-Neckar. „alla hopp! bringt die Menschen zusammen“ – unter diesem Motto stehen die 19 Spiel- und Sportanlagen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Normalerweise. In Zeiten der Pandemie sind Menschenansammlungen alles andere als erwünscht. Da die Freude über Frühling, milde Temperaturen und die Bewegung im Freien am Wochenende reihenweise zu Verstößen gegen Corona-Regeln und die Maßnahmen zum Infektionsschutz geführt hat, ist die Sinsheimer „alla hopp!“-Anlage im Postgarten seit Montag geschlossen – auf unbestimmte Zeit.

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„Polizei und Ordnungsamt waren am Wochenende unermüdlich im Einsatz und haben zahlreiche Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen beobachtet. Ein Zustand, der insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Coronafallzahlen in Sinsheim unhaltbar ist“, betont Oberbürgermeister Jörg Albrecht. „Wir müssen alles daran setzen, die Fallzahlen weiter einzudämmen. Ich verstehe den Wunsch von Familien sehr gut, die frühlingshaften Temperaturen bestmöglich im Freien zu nutzen. Dennoch können wir das Geschehen auf der „alla hopp!“-Anlage vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens nicht einfach hinnehmen“, erklärt der Verwaltungschef.

Die „alla hopp!“-Anlage in der Schwetzinger Sternallee bleibt ebenfalls bis mindestens 8. März geschlossen. Die Stadt verweist in diesem Zusammenhang auf die verlängerte Corona-Verordnung des Landes, an der man sich orientiere.

Appelle verhallen ungehört

„In derselben Situation wie Sinsheim sind wir schon im November gewesen, obwohl da die Temperaturen lange nicht so hoch waren wie jetzt“, berichtet der Ilvesheimer Bürgermeister Andreas Metz. Da sich trotz starken Besucherandrangs nur eine kleine Minderheit an Abstandsregeln und Maskenpflicht gehalten habe, sei die Situation auf der Anlage nicht mehr kontrollierbar gewesen. „Selbst Hinweisschilder, Aufrufe in den sozialen Netzwerken und ständige Appelle durch die Ortspolizeibehörde haben nicht gefruchtet, deshalb mussten wir die Anlage am 16. November schließen“, so Metz. Zuvor sei er an mehreren Wochenenden vor Ort gewesen und habe mit jenen Leuten geredet, die sich nicht an die Regeln halten wollten. „Das waren keine besonders erquicklichen Gespräche, die obendrein überhaupt nichts gebracht haben“, sagt der Bürgermeister. Seitdem weht rotes Absperrband vor dem Areal im Naherholungsgebiet am Neckar. „Das hat bisher noch niemand missachtet.“

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Denselben Weg ist auch die Stadt Heidelberg gegangen, deshalb ist das Spiel- und Spaß-Areal am Harbigweg im Stadtteil Kirchheim seit dem Lockdown-Beginn im November ebenfalls geschlossen. „Die Stadt hat das vorsorglich getan, um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten“, berichtet ein Verwaltungssprecher. Normale Spielplätze seien hingegen geöffnet, da sich dort im Gegensatz zur 13 600 Quadratmeter großen „alla hopp!“-Anlage nicht so viele Menschen treffen würden. „Die gültigen Corona-Regeln müssen natürlich beachtet werden.“

In der Pfalz sind derzeit die meisten „alla hopp!“-Areale für Jung und Alt zugänglich. Allerdings gibt es auch dort Verstöße wie zum Beispiel in Speyer. So habe der Kommunale Vollzugsdienst am 18. und 19. Februar 21 Personen wegen des korrekten Tragens der Mund-Nasen-Bedeckung belehren müssen. Am Samstag seien 25 Verstöße gegen die Maskenpflicht sowie Menschenansammlungen festgestellt worden. Die Stadtverwaltung wolle die Anlage grundsätzlich offen halten. Sollten sich allerdings ähnliche Vorfälle häufen, werde man Konsequenzen ziehen und den „alla hopp!“-Spielplatz schließen müssen.

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Möglicherweise werden auch andere Kommunen dem Sinsheimer Beispiel folgen und ihre Anlagen demnächst – auch ohne Lockdown-Verlängerung – sperren. Laut Angaben der Polizei sind am Samstag auf dem Hemsbacher „alla hopp!“-Freizeitplatz über 500 Personen – überwiegend Familien mit Kindern – gezählt worden. Polizeistreifen seien permanent präsent gewesen und hätten auf die Einhaltung der Abstandsregeln hingewiesen.

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