Zwangsräumung - Mann wehrt sich mit Molotowcocktails

Brandattacke: Lange Haft

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lrs/sin
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(Symbolbild) © dpa

Frankenthal. Weil er brennendes Benzin auf zwei Männer vom Ordnungsamt geworfen und Feuerwehrleute mit Molotowcocktails attackiert haben soll, ist ein Angeklagter vom Landgericht Frankenthal zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zu dem Zwischenfall kam es demnach, als die Wohnung des 65 Jahre alten Mannes in Neustadt im August 2020 zwangsgeräumt werden sollte. Nach Gerichtsangaben wurde der Mann auch wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und besonders schwerer Brandstiftung verurteilt.

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Eingeschränkt schuldfähig

Gutachter stellten eine schwere Persönlichkeitsstörung und eine eingeschränkte Schuldfähigkeit fest. Die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik wurde angeordnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert – mit der Bedingung, dass sich der Mann einer Therapie unterziehe.

Beim Prozessauftakt hatte der 64-Jährige gesagt: „Man hatte mir den Krieg erklärt und es kam für mich darauf an, einmal ein Mann zu sein. Ich wollte mich wehren und mir nicht wie sonst einen Tritt geben lassen.“ Deshalb habe er sich 15 Liter Benzin gekauft und dieses in Marmeladengläser und Weinflaschen abgefüllt. „Als dann der erste Soldat hereingekommen ist, habe ich ihn übergossen. Es sollte eine Feuerwand entstehen, dass niemand in meine Wohnung kann.“