Pandemie - Nach dem Beschluss der neuen baden-württembergischen Teststrategie kommt auf Heidelberger Fachlabore viel Arbeit zu Bereits Hunderte Proben sequenziert

Von 
Bernhard Zinke
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Proben werden auf Mutationen des Coronavirus untersucht. © dpa

Rhein-Neckar. Auf die Labors in den vier Unikliniken Baden-Württembergs und des Landesgesundheitsamtes kommt jetzt jede Menge Mehrarbeit zu. Wie berichtet, hat das Stuttgarter Gesundheitsministerium einen Sonderweg beschlossen. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern werden hier nun alle positiven Corona-Tests sequenziert, also auf ihr Genom untersucht. Damit können die Fachleute herausfinden, um welchen Virus-Typ es sich handelt. Schließlich geht es den Politiker darum, herauszufinden, ob und wie weit sich die vermutlich weitaus ansteckenderen Mutanten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien bereits verbreitet haben. Statt der flächendeckenden Untersuchung setzen die anderen Bundesländer – je nach Ausbruchsgeschehen – auf Stichproben von fünf bis zehn Prozent, die in Fachlaboren sequenziert werden.

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Die Uniklinik in Heidelberg hat nach eigenen Angaben in der vergangenen Woche mehrere Hundert Proben in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) sequenziert. Dabei habe man Infektionen sowohl mit der englischen als auch mit der südafrikanischen Variante nachweisen können. Über die Anzahl der bislang nachgewiesenen Mutanten machte das Uniklinikum bislang noch keine Angaben, ebenso wenig wie über die Kapazitäten, die in den Labors zur Verfügung stehen.

Das Gesundheitsministerium rechnet landesweit mit wöchentlich etwa 10 000 positiven Corona-Tests, die auf die Herkunft des Virusstamms untersucht werden müssen. Die Kapazitäten dafür seien auf jeden Fall vorhanden. Die umfassende Suche nach Virus-Varianten ist dem Land immerhin 31,5 Millionen Euro wert. Der Bund bezahlt laut aktueller Testverordnung die Untersuchung von maximal zehn Prozent der Proben, das Land damit die restlichen 90 Prozent.

Laut Landesgesundheitsamt dauert es durch die spezifischen PCR-Untersuchungen auf die konkreten Mutationen mittlerweile nur etwa zwei Arbeitstage, bis das Ergebnis zur Verfügung stehe.

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Unterdessen wurden in der Region am Dienstag weitere Mutanten gemeldet. Laut Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße wurden in Lampertheim zwei weitere Fälle der britischen Corona-Variante nachgewiesen. Einer der beiden Fälle steht im Zusammenhang mit einer Kindertagesstätte. Die Stadt habe deren Schließung veranlasst. Eine erste Reihentestung habe stattgefunden. Ergebnis: 15 Infektionen.

Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region