Engagement: Schifferstadter Gymnasiasten organisieren Benefizabend für Fünfjährigen, der unter Nervenkrebs leidet "Aktion Nils" kämpft für neue Therapie

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Schifferstadt. Der fünfjährige Nils ist der Sohn einer ehemaligen Schülerin des Paul-von-Denis-Gymnasiums in Schifferstadt. Und da der fröhliche Bub an einer ebenso aggressiven wie seltenen Krebsart leidet, organisieren die Denis-Schüler jetzt einen Benefizabend für ihn. Weil die Krankheit so selten ist, dass sich die kostspieligen Forschungen für die Pharma-Industrie nicht rechnen, gibt es gegen das Neuroblastom derzeit keine Heilungsmethode. Deshalb haben Nils' Eltern kurz vor Weihnachten die "Aktion Nils" ins Leben gerufen. Denn im Rahmen einer Studie der Uniklinik Tübingen soll ein Medikament entwickelt werden, das Nils und anderen Kindern das Leben retten könnte.

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Doch dafür sind 500 000 Euro nötig - bis heute hat die Aktion Nils 274 000 Euro gesammelt, eine Summe, die mit Hilfe der Paul-von-Denis-Schüler jetzt noch weiter wachsen soll: Am Montag, 30. Januar, 19 Uhr, organisieren die Gymnasiasten ein Benefizkonzert in der Aula der Hauptschule des Denis-Schulzentrums. Es spielen verschiedene Ensembles des Gymnasiums sowie Julia Nelles und Johannes Welbl (Klavier). Außerdem baut die Klasse 10 d eine Druckwerkstatt auf und als "Special Guest" tritt die Showgruppe der Abteilung Rope-Skipping von der Turnerschaft Germersheim auf. Für Paukenschläge will die neu gegründete Lehrerband sorgen, während sich die zwölften Klassen auf der Bühne präsentieren.

Mit jedem gespendeten Euro rückt die lebenswichtige Antikörpertherapie für Nils und viele andere Kinder näher. Wie die Elterninitiative krebskranker Kinder Augsburg - Nils lebt am Ammersee - berichtet, sollen ab Herbst neben Nils weitere 30 Neuroblastom-Kinder im Rahmen einer bundesweiten Studie den Antikörper erhalten.

"Die passive Immunisierung mit gegen Tumorzellen gerichteten Antikörpern hat sich als wichtiger Bestandteil bei der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen erwiesen", betont Prof. Rupert Handgretinger von der Uniklinik Tübingen. Hat die Studie Erfolg, könnten Kinder mit dem gleichen Schicksal den lebensrettenden Antikörper künftig als Standardtherapie erhalten, ohne dass die Familien um die Finanzierung kämpfen müssen. sin