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 Umwelt - Städte an Rhein und Neckar bereiten sich auf Hochwasser am Wochenende vor / Scheitel schwappt am Sonntag durch die Region Ab diesem Freitag haben Schiffe Zwangspause

Von 
Bernhard Zinke
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Die Sandsäcke an der Alten Brücke liegen längst bereit. © Philipp. Rothe

Rhein-Neckar. Die Kommunen entlang von Rhein und Neckar rüsten sich für ein Hochwasser-Wochenende. Die Experten der Wasser- und Schifffahrtsämter beider Flüsse rechnen fest damit, dass die Schifffahrt eingestellt wird. „Aber wir sind ganz weit weg von einem Extremereignis“, beruhigt Benjamin Sinaba, Fachgebietsleiter am Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Oberrhein.

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Grund für den schnellen Anstieg der Pegel sind zum einen die ergiebigen Regengüsse der vergangenen Tage und der gleichzeitige Temperaturanstieg, der für eine Schneeschmelze in einer Höhe von bis 800 Metern sorgt. Sinaba rechnet damit, dass die Schifffahrt zwischen Maxau bei Karlsruhe und Worms für ein bis drei Tage eingestellt werden muss. Das hänge aber davon ab, wie viel es in den kommenden Tagen regnet.

In Maxau wird die Hochwassermarke 2, die über die Zwangspause für die Binnenschiffe entscheidet, voraussichtlich am Freitagabend, spätestens aber in der Nacht zum Samstag erwartet. Der Scheitel der Hochwasserwelle wird dort für Samstag erwartet. Diese schwappt dann bis zum Montag an Speyer, Mannheim, Ludwigshafen und Worms vorbei. Im schlimmsten Fall werde es ein Hochwasser, wie es statistisch alle zehn Jahre vorkommt.

Das WSA nutzt die Gelegenheit für Messungen. Das Motorschiff Tulla wird in der Strommitte die Höhe des Wasserspiegels während des Hochwassers zwischen den einzelnen Pegeln messen, während das kleinere Boot Nautilus die Abflussmenge und Fließgeschwindigkeit des Rheins messen wird.

Scheitel wohl bei 3,50 Meter

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Auch der Neckar ist mit Regen- und Schmelzwasser vollgelaufen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt für den Neckar rechnet schon an diesem Freitag um die Mittagszeit mit einem Pegel von 2,60 Meter, was auch hier eine Pause für die Schifffahrt bedeutet. Mit dem Scheitelpunkt der Welle wird hier am frühen Sonntagnachmittag gerechnet, so Pressesprecherin Johanna Reek. Laut Prognose steigt der Neckar auf knapp unter 3,50 Meter. Das genügt nicht ganz, um die B 37 unterhalb der Alten Brücke zu überschwemmen. Gleichwohl hat die Stadt Heidelberg die Dauerparker in diesem Bereich gebeten, ihre Autos wegzufahren.

Die Einsatzkräfte von Tiefbauamt und Abwasserzweckverband haben laut einer Stadtsprecherin die Situation im Blick. Sandsäcke liegen im Bereich der Alten Brücke vorsorglich schon seit Weihnachten bereit. So sei sichergestellt, dass auch bei pandemiebedingtem Ausfall genügend Säcke zum Stapeln vorhanden seien. Ab einem Pegel von 2,90 Meter wird das Hochwasserbüro in der Unteren Neckarstraße rund um die Uhr besetzt sein.

Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region