Eishockey Adler starten zum Trainingscamp in die Schweiz

Von 
Christian Rotter
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Marcel Goc kniet sich rein – die Adler wollen erneut Meister werden. Der langjährige NHL-Spieler ist ein Kandidat für das Kapitänsamt. © Michael Ruffler

Mannheim. Vorbei und vergessen. Das, was war, haben die Mannheimer Adler längst abgehakt. Auf dem Titelgewinn 2019 will sich der Deutsche Meister nicht ausruhen, sondern neu angreifen, um sich an der Spitze des deutschen Eishockeys festzusetzen. Das, was Trainer Pavel Gross in diesen Tagen gebetsmühlenartig predigt, haben die Spieler verinnerlicht.

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Meisterschütze Thomas Larkin erzählte beim offiziellen Trainingsauftakt am Montag zwar, dass für ihn am 26. April mit dem entscheidenden Tor im fünften Finalspiel gegen München ein Traum in Erfüllung gegangen sei und er danach für einige Tage auf einer Wolke schwebte. Der Verteidiger, der in Sachen Einbürgerung ("Ich weiß nicht, was passieren wird.") keinen neuen Sachstand vermelden konnte, richtete den Fokus aber gleich wieder auf die anstehenden Aufgaben - genau wie seine Teamkollegen. Die Adler legten in der Trainingswoche ein hohes Tempo hin. Keine Frage: Die Mannschaft ist etwas weiter als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr, weil die Spieler bei der Ausführung der Übungen nun wissen, worauf es ihren Trainern ankommt.

In der neuen Woche beginnt die nächste Phase in der Saisonvorbereitung. Am Montag brechen die Adler in die Schweiz auf, genauer gesagt in den Kanton St. Gallen. Knapp 60 Kilometer nordöstlich von Zürich halten sie im Sportpark Bergholz ein Trainingslager ab. Höhepunkt ist die Teilnahme am Turnier "Weltklasse Eishockey" des EC Will. Am Donnerstag (19 Uhr) treffen die Mannheimer auf den EHC Biel, am Samstag (15 Uhr) auf die ZSC Lions aus Zürich. Mit Red Bull Salzburg ist auch der neue Club des kanadischen Verteidigers Brendan Mikkelson dabei, der in der vergangenen Saison noch mit den Adlern die Meisterschaft feierte.

Coach Gross kündigte an, dass er in den ersten fünf Testspielen das Kapitänsamt rotieren lässt. Die Entscheidung, wer das Team in der neuen Saison mit dem "C" auf der Brust aufs Eis führt, soll in der letzten August-Woche vor dem Champions-League-Auftakt in Wien getroffen und danach kommuniziert werden. Ein heißer Kandidat ist Marcel Goc, der dieses Amt in den Play-offs 2019 ab der Halbfinalserie gegen die Kölner Haie übernommen hatte. Der Führungsspieler äußerte sich diesbezüglich genauso zurückhaltend wie über ein mögliches Karriereende nach der kommenden Saison. "Es stimmt, dass mein Vertrag 2020 ausläuft. Klar ist auch, dass es einen Plan gibt, was ich nach meiner Profikarriere machen will. Jetzt ist aber nicht der Zeitpunkt dafür, näher darauf einzugehen."