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Kino Zur Schließung des Cineplex

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Zum Artikel „Mannheimer Cineplex schließt“ vom 2. Juli:

Der nächste herbe Verlust für Mannheims Innenstadt. Man erinnere sich nur an die durch die Schließung des Café Journal und die Nachfolgeregelung ausgelöste lebhafte Diskussion in der Bürgerschaft. Wie im Falle der angekündigten Schließung des Cineplex der Betreiber im Beitrag des „MM“ selbst ausgeführt hat, ist das Kino nicht mehr rentabel zu führen. Daneben hat er aber auch betont, dass seines Erachtens die Mannheimer Innenstadt in den letzten Jahren an Attraktivität verloren habe. Ebenso kommen nach seiner Einschätzung etliche Besucherschichten, die für Kino ganz wesentlich sind, nur noch selten oder gar nicht mehr nach Mannheim. Dem kann nur zugestimmt werden. Bezeichnend ist, dass auf der gleichen Seite dieses Beitrags von einer Schlägerei auf den Kapuzinerplanken mit Körperverletzung berichtet wird. Solche oder ähnliche Berichte mit kleineren und größeren Gewaltdelikten sind in einer gewissen Regelmäßigkeit beinahe schon an der Tagesordnung. Vor kurzem wurde im „MM“ von einem gefährlichen Trend berichtet: „Die Zahl der Messerangriffe bewegt sich in Mannheim auf konstantem Niveau – doch manche junge Männer verlassen nur noch mit Waffe das Haus.“

Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn eben etliche Besucherschichten Mannheims Innenstadt eventuell meiden. Denn wer hat schon Lust auf einen klassischen Bummel oder Restaurantbesuch zum Beispiel vor oder nach einem Kinobesuch, wenn hierbei eine latente Angst mitschwingt. Die Attraktivität einer Innenstadt ist eben nicht nur ein strukturelles Problem in Bezug auf den jeweiligen örtlichen Handel, die Infrastruktur im Allgemeinen, die Online-Konkurrenz sowie die Thematik Sauberkeit, sondern eben auch auf die sich entwickelnde Struktur bestimmter Bevölkerungsgruppen.

Es muss ja nicht gleich die Kö von Düsseldorf sein, aber wenn man doch mal über die Planken läuft, lässt einen das Gefühl nicht los, dass das Niveau des dortigen Publikums über die Jahre deutlich gesunken ist. Man kann nur hoffen, dass Mannheims letzte Flaniermeile in wenigen Jahren nicht eine ähnliche Entwicklung nimmt wie die Breite Straße.

 

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Zugegebenermaßen ist es um jedes Kino schade, das schließt. Im Falle des Planken-Kinos ist es aber auch so, dass Menschen, die auf barrierefreien Zugang angewiesen sind – und das sind nicht nur RollstuhlfahrerInnen, überhaupt keine Chance hatten, einen Kinofilm zu verfolgen. Insofern ist es zumindest für diesen Personenkreis komplett uninteressant, ob das Kino noch weiter existiert.

Bei einem Umbau des Gebäudes sollte mal darauf geachtet werden. Die Idee mit mehreren Kultureinrichtungen unter einem Dach ist allerdings eine sehr gute. Am besten auf Barrierefreiheit ausgerichtet.

 

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