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Bundestagswahl Zur Kandidatenkür der Union

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Der CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, gibt am 20. April eine Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus zur Kanzlerkandidatenfrage der Union. © dpa

Zum Thema Kanzlerkandidat:

Die CSU (chronische Selbstbereicherungsunion) pocht vehement auf die guten Umfragewerte für ihren Herrn Söder. Klingt irgendwie nach Demokratie fürs Volk. Wenn Umfragewerte so entscheidend sind, frage ich mich warum A. Scheuer immer noch im Amt ist. Die überwiegende Mehrheit wäre ihn gerne endlich los, oder etwa nicht? Auch Frau Klöckner mit ihrer offensichtlichen Lobby-Kungelei wäre schon längst weg vom Fenster.

Billig und unredlich

Anderes Beispiel: Die Mehrheit der Deutschen wünscht seit Jahren ein Tempolimit auf der Autobahn. Was wurde getan? Nichts. Auch die horrende Zahl der Abgeordneten im Bundestag stößt auf großen Widerspruch, geschehen ist aber nichts. Oder was halten die Deutschen von der Privatisierung der Autobahnen, beziehungsweise vom Ausverkauf der Bahn, Post, Telekom usw.?

War es nicht Söder persönlich, der tausende Sozialwohnungen in Bayern an Patrizia verhökert hat? Inzwischen hat er ja so viel Kreide gefressen, dass der Schwund auf Rügen niemanden verwundern muss. Sich die passenden Umfragewerte rauszupicken ist billig und unredlich. Aber es bleiben ja noch einige Monate bis zur Wahl, in denen Herr Söder doch noch über seinen krankhaften Ehrgeiz stolpern könnte. Karlheinz Sausbier, Mannheim

Ist die CDU die neue SPD im Hinblick auf die Schaffung eines Kanzlerkandidaten-Chaos? Früher gemeint, heute verneint? Als anno dazumal die Partei nach Verzicht von Frau AKK, Parteivorsitzende ohne fortune, die Ritterschaft aufrief, sich doch bitte auf dem Turnierplatz einzufinden, um einen geeigneten Sieger krönen zu können, gaben bekannte Burgherren und auch fremde Reisende ihre Handschuhe bei der Turnierverwaltung ab, um möglichst bald nach dem Spektakel die Königstochter zu freien.

Die Königstochter hatte den berauschenden Namen „Parteivorsitz“. Und sie hatte eine Mitgift, die ihresgleichen suchte: Die mögliche Königswürde über das ganze Reich – ganz profan – das ist das Gleiche, wie eine Kanzlerkandidatur. Das wäre doch ein hehres Ziel, dachten die edlen Herren; schnürten ihr Wams und putzten die Schilde. Zuschauer strömten interessiert zum Turnier. Die Recken fochten auch einige herrliche Kämpfe miteinander aus – natürlich verbal, denn Lanzen und Schwerter waren zu schwer, und die neutrale Königin Angelika van Oosten mochte kein Blut sehen, genau, wie Tochter KKD (Kurzform für Kanzlerkandidat).

Regeln genau formulieren

Nun, wie ging das Ringen am Ende aus? Sieger war Ritter Arminius van Westfalicus. Er stach alle anderen aus. Er wurde weiß gekleidet und auf seinen Schild gehoben. Welch ein grandioser Sieg! Aber, leider, wie so oft, hatte er das Kleingedruckte der Ausschreibung nicht gelesen, oder einfach nur ignoriert: Die Regel besagte, dass nur ein kleiner Kreis Edler darüber bestimmt, wer am Ende der Sieger sein wird.

Gemeine, Hofschranzen, Händler und Hofkehrer hatten hier nichts zu melden, das war ja auch die Abmachung. Als jetzt die Königstochter dem Sieger ihr weißes Tüchlein zu warf, sprengte ein Schwarzer Ritter, der erst auf seiner Heimatburg desinteressiert hockenbleiben wollte, über die sich eben hebende Zugbrücke in den Hof, und fing mit einer Angel aus dem Ärmel das duftende Tüchlein ein. „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ erinnerte er sich an einen früheren Kanzler. Der Preis ist heiß. Es wird mein Preis! Und die Moral von der Geschichte?

A) Gleich zu Beginn die Regeln genau formulieren; Vorsitz ja, KKD vielleicht oder gar nicht!

B) Versprechen zu brechen geht nur bei einer Verlobung, ist genauso schäbig.

C) Wenn der Weiße Ritter schon im leichten Gewand auf dem Weg zur Kemenate ist, sollte ihm der schwarze Rüstige nicht mehr mithilfe der Lakaien ein Bein stellen, ganz gleich, ob er vielleicht der bessere Liebhaber wäre.

Also, CDU/CSU; Einigkeit macht stark, nicht hinterherkommen wie die alte Fastnacht und Sieger verschleißen. Jürgen Althoff, Ludwigshafen

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