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Zur Abhängigkeit bei der Energie

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Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) stehen in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) in der Sonne.

Zum Thema Energiepolitik:

Leserbrief Rainer Tiede

Unsere Bundesregierung möchte die Abhängigkeit vom russischen Gas beenden. Vom Öl spricht noch keiner, aber das kommt sicher noch. Obwohl Russland immer, egal wie die politische Situation war, seine Lieferverpflichtungen eingehalten hat, sollen nun auf Teufel-komm-raus neue Lieferanten gesucht werden. Katar wurde bisher kritisiert, aber nun hofiert.

Deutschland wird immer abhängig sein von Energielieferanten. Und nach der Energiewende wird diese Abhängigkeit noch größer sein. Dies betrifft Gas, Öl und Strom. Und man darf nicht verkennen, der Bedarf an Energie wird steigen, weltweit. Einmal in Afrika, aber auch in Indien, China und Pakistan. Dies nur als Beispiel für bevölkerungsreiche Regionen in der Welt. Auch die Menschen dort möchten einen Kühlschrank, Licht, TV und Internet und Kochen ohne Holz, dazu ein Auto. Wer will diesen Menschen den Anspruch darauf absprechen? Sicher niemand, aber klassische Energie ist endlich und der Verteilungskampf darum beginnt gerade. Aber zurück zu Russland und seinem Gas und Öl. Nach einem Bericht von ntv äußerte sich Herr Habeck: „Wenn wir vielleicht auch in diesem Jahr noch russisches Gas brauchen werden: In der Zukunft nicht mehr. Und das fängt ja jetzt erst an. Also wer Ohren hat, der höre.“ Was, wenn Herr Putin diese Drohung ernst nimmt, und den Gashahn gleich zudreht? Frieren für den Frieden war ja schon angesagt. Aber ein verantwortungsvoller Politiker sollte auch an die Zukunft denken.

Es wird eine Zeit nach Putin geben, eine Zeit nach dem unseligen Krieg. Herr Habeck hat sein Amt auch nur auf Zeit, aber eine große Verantwortung für die Zukunft von Deutschland. Wer jetzt alle Türen zu Russland zuschlägt, verbaut eine gemeinsame Zukunft. Die Politik sollte aber in die Zukunft schauen. Wenn Russland vom Westen, insbesondere von Deutschland, eine immer stärkere Ausgrenzung erfährt, wird es sich nach Asien/China wenden. Der Markt ist riesig und der Energiehunger wächst. Was hat Deutschland und Europa damit gewonnen? Die Frage möge jeder für sich selber beantworten.

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Leserbrief Manfred W. Hellmann

Natürlich darf und kann man sich Sorgen machen um die Gasversorgung der Industrie, insbesondere der Chemieindustrie als einer der größten Verbraucher von Gas. Aber wer macht sich hier Sorgen? Die BASF! Gewiss, die BASF ist der größte industrielle Einzelverbraucher von Erdgas in Deutschland, aber sie ist durch ihre Konzerntöchter Wintershall (Gas) und DEA (Öl) auch der größte Importeur dieser fossilen Rohstoffe. Und zwar – und das ist jetzt das Problem – von russischem Gas und russischem Öl.

Niemand hat so einseitig auf diesen Lieferanten gesetzt, niemand seit Jahrzehnten so einseitig für Gas und Öl und gegen den Ausbau konkurrierender Energiequellen lobbyiert wie diese drei Giganten, und zwar via direktem Lobbying, via Wirtschaftsrat der CDU, via Bundeswirtschaftsministerium. Nicht zu vergessen Gazproms obersten Lobbyisten Gerhard Schröder.

Zwar hat die BASF 2021 mit dem Konzept eines riesigen Off-shore-Windparks in der Nordsee einen wichtigen Schritt in Richtung Stromautarkie getan. Aber die PtG-Anlagen, mit denen man bei Stromüberschuss Wasserstoffgas erzeugen könnte, kommen nur in einer Absichtserklärung vor und nicht vor 2030. Ist das Zufall? Wohl kaum, denn das wäre womöglich eine Konkurrenz geworden für das russische Erdgas.

Könnte BASF denn nicht auf die riesigen Gasspeicher ihrer Konzerntöchter zurückgreifen? Nein, kann sie nicht, denn sie hat die Gasspeicher 2015 an die Gazprom verkauft! Und die füllt die Speicher nur zu knapp einem Drittel, um die Preise hoch zu treiben und Knappheitsangst zu erzeugen. Und jetzt beklagt die BASF die Folgen ihres Tuns, das uns in diese katastrophale Abhängigkeit von Putin geführt hat. Und versucht die neue Regierung mit „Warnungen“ unter Druck zu setzen. Es tut mir leid, aber ich finde das unverfroren.

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Manfred W. Hellmann
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