Zum Verbrenner-Aus

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Ab 2035 sollen in der EU nur noch Neuwagen verkauft werden, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. © Oliver Berg/dpa

Zum Artikel „Kritik am Verbrenner-Aus“ vom 29. Oktober:

Endlich wieder gute Nachrichten: Kritik am Verbrenner-Aus! Es mag ja ein redaktioneller Zufall sein, wie beides hier zusammenkam, aber es ist berechtigt. Wir haben keinen Mangel an Öl, sondern einen Mangel an Strom, in den unsere Elektroautos hineinproduziert werden. Der Bundespräsident sagt es: Alles stärken, was uns verbindet! Dazu gehört einfach das Auto, mit dem wir uns gegenseitig besuchen können, aber genauso schnell das Krankenhaus erreichen, wenn einmal Not am Mann, Geburt bei der Frau oder Vergiftung beim Kind ist.

Man muss keiner Ampel- oder Oppositionspartei angehören, sondern benötigt nur ein bisschen technischen oder physikalischen Sachverstand, um zu erkennen: Wenn die Gebrauchsdauer der Verbrenner-Fahrzeuge mit E-Fuels gestreckt werden kann, dann gewinnt die Umwelt durch den eingesparten Neubau von Millionen von Fahrzeugen. Das, was manchen Aktivisten offenbar vorschwebt, nämlich ein Zivilisationsrückbau unter dem hochherzigen Decknamen „Verzicht“, das werden sie nicht bekommen. So wenig, wie die 68er den Sozialismus bekommen haben – egal wie machtvoll ihre Demonstrationen aussahen.

Um einen Klimaeinfluss des Menschen aufs halbe Grad genau zu behaupten, müsste diese Disziplin erst einmal das Wetter von morgen zuverlässig vorhersagen. Von daher: Tschüss, Kommentator! Die Wirklichkeit ist dabei, Sie einzuholen.

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Ernst Plattner
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Bisher machte nur Deutschland in der Energieerzeugung einen Sonderweg. Nun macht es die EU mit dem Verbot des Verkaufs von Pkw und Ähnlichem mit Diesel- und Benzinmotoren ab 2035. Der Rest der Welt wird weiterhin tanken und fahren und lachen. Aber typisch für die derzeitige Politik ist der Umstand, dass zwar etwas beschlossen wird, aber wie es dann weitergehen soll, daran denkt keiner. Wenn dieses „Aus“ bleiben sollte, dann wird der Verkauf von E-Autos ab 2030 stark ansteigen. Wer kauft schon gerne ein Auslaufmodell mit ungewisser Aussicht auf Treibstoffversorgung. Es werden ja schon heute fehlende Ladestationen angemahnt. Nur eine Ladestation ist die eine Sache, die andere ist der dann benötigte Strom und die für den Transport notwendige Verkabelung in der Erde, unter Straßen und Gehwege.

Wunschziele beschrieben

Deutschland will keine Atomkraftwerke und in naher Zukunft keine Kohlekraftwerke. Und Gas als preiswerter Energieträger hat sich ja erledigt. Und nur mit Wind und Sonne ist keine dauerhafte und sichere Stromerzeugung möglich. Wie soll dies in zehn Jahren gesichert sein und womit? Ein Plan ist nicht erkennbar. Die Ladestationen haben hohe Anschlusswerte. Wenn nun alle oder fast alle Pkw überwiegend abends und in der Nacht die Akkus aufladen wollen, ist eine Überlastung der Netze ganz schnell erreicht. Dann benötigen wir auch ein neues Netz an Stromkabel, von der Erzeugung, womit auch immer, bis zu den Stationen. Schon jetzt wird öffentlich über mögliche Blackouts diskutiert und der Anteil der E-Autos ist noch sehr, sehr gering. In Berlin wird vor einem Einsatz von Heizlüfter gewarnt, da dann das Netz zusammenbrechen kann. Es möge sich jeder mal vorstellen, dass alle Autos in seiner Straße oder Siedlung nur noch elektrisch fahren.

Man muss kein Elektrofachmann sein, um zu erkennen, dass dies so einfach nicht gehen wird. Und bei unserem Tempo in der Planung und Genehmigung erst recht nicht. Vom Bauen ganz zu Schweigen. Bevor solche gravierenden Beschlüsse gefasst werden, müssen die Voraussetzungen zur Umsetzung gesichert sein. Das ist nicht erkennbar, es werden nur Wunschziele beschrieben. Die Probleme und deren Lösung werden leichtsinnig in die Zukunft verlagert.

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Rainer Tiede
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3FDifqA 

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