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Corona-Pandemie Zum Thema Impfen

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Demonstrantinnen stehen neben einem Transparent mit dem Schriftzug „Impfen statt Schimpfen“. Etwa 100 Gegendemonstranten hatten sich in Greifswald am 6. Dezember unter diesem Motto versammelt, um gegen eine von der AfD organisierten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. © Stefan Sauer/dpa

Torsten Krüger, Mannheim

Auch wir machten in Mannheim ähnliche Erfahrungen. Allein das umständliche Ausfüllen der Bögen dauert eine kleine Ewigkeit. Zu Ihrem Kommentar ein eigenes Erlebnis: Im Sommerurlaub weilten wir für eine Woche in Büsum in Dithmarschen. Wir hatten uns zwar sobald wie möglich impfen lassen, jedoch war die Zweitimpfung noch nicht aktiv, so dass wir anfänglich jeden zweiten Tag zum Coronatest gehen mussten.

Natürlich hatten wir uns im Vorfeld informiert und an prominenter Stelle auf der Homepage Büsums einen Link gefunden, wo man sich registrieren konnte. Ergebnis: Wir hatten per Email einen QR-Code auf unsere Mobilgeräte gesandt bekommen, den wir zusammen mit dem Perso bei einer der (ich glaube) sieben Teststationen vorzeigten. Der Code wurde eingelesen, der Perso verglichen, der Abstrich gemacht und die Testung war erledigt – noch ein nettes kurzes Gespräch und wir konnten gehen. Das Testergebnis erhielten wir nach 15 Minuten per E-Mail – auch das versehen mit QR-Code, den jedes Geschäft und jedes Lokal überprüfen konnte. Zeitaufwand beim Test pro Person: Zwei Minuten. Warteschlangen: zwischen null und drei Personen.
Die weitaus längste Zeit nahm der Klönschnack in Anspruch, den es immer gab, da quasi keine Warteschlangen vorhanden waren. Jetzt frage ich: Wie schafft es ein kleiner 5000-Seelen-Ort wie Büsum, der im Sommer von Tausenden von Touristen besucht wird, ein solch reibungsloses und angenehmes Testsystem auf die Beine zu stellen, während eine Stadt wie Mannheim, beziehungsweise ein ganzes hoch technisiertes Land wie Deutschland mit tausenden von hoch bezahlten Spezialisten immer noch langwierig Zettel ausfüllt, die man dann auch noch mit sich herumtragen muss? Wer schläft da seit zwei Jahren (jetzt werde ich polemisch) für unser Geld? 
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Mannheim.

Jürgen Hebling, Schriesheim

Nicht die Einführung einer Impfpflicht würde unsere Gesellschaft spalten, sie ist bereits gespalten. Inzwischen habe ich die Schn... voll. Bin dreimal geimpft. In den letzten zwei Jahren musste ich mehrere Reisen stornieren, musste auf den Besuch einiger Weihnachtsmärkte verzichten. Restaurant-, Kabarettbesuche und der Besuch von Sportveranstaltungen fielen aus. Und das, weil eine Minderheit von Impfgegnern den weitaus größeren Teil der Gesellschaft mit skurrilen Thesen terrorisiert.

Ich kann es nicht mehr hören, wenn von Seiten der Politik gebetsmühlenartig davon geredet wird, man müsse diese Menschen überzeugen und dürfe keinen Zwang ausüben. Wer in den letzten zwei Jahren nicht in einem Baumhaus ohne Stromanschluss gelebt hat, besaß ausreichend Möglichkeiten, sich qualitativ zu informieren. Wer jedoch an die Wirkung von Globuli glaubt, die mit besagter Verdünnung etwa einem Tropfen im Volumen des Atlantiks entspricht, den kann man einfach nicht überzeugen. Wir reden hier von Menschen, die einen höheren Bildungsgrad besitzen und nicht, wie uns die Politik in der Vergangenheit weismachen wollte, dass Bürger aus einem einfachen Milieu, mangels Informationsmöglichkeiten, sich nicht impfen ließen.

In Rio de Janeiro, wo vor Monaten die Fußballstadien zu Nothospitälern umgebaut werden mussten, sind in der Zwischenzeit fast 95 Prozent der Menschen geimpft. Ergebnis: kein einziger Covid-19-Patient mehr im Netzwerk der öffentlichen Krankenhäuser. Im Gegensatz zum gebildeten Querdenker hierzulande hat der einfache Favelabewohner die Notwendigkeit einer Impfung verstanden.

Deshalb mein Appell an alle Impfgegner: Bleibt zuhause, schluckt eure Globuli, aber lasst den größten Teil der Bevölkerung endlich wieder vernünftig leben.

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